Von der Heimarbeit zu digitalen Nomaden und ortsunabhängigem Arbeiten

Arbeitsplatz war gestern

Es waren einmal ...
Arbeitsplatz, der: ein Platz, der zum Arbeiten bestimmt ist
Büro, das: ein Arbeitsraum für administrative Schreibarbeiten
Heimarbeit, die: gewerbliche Arbeit, die in der eigenen Wohnung ausgeführt wird
Telearbeit, die: eine Art der Heimarbeit, aber mit elektronischer Anbindung zum Arbeitgeber

Ganz aus der Welt sind diese Bezeichnungen noch nicht, aber im Jahr 2020 wirken sie fehl am Platz. Homeoffice ist das gefühlte Wort des Jahres 2020, laut Duden online steht es für einen mit Rechner und Kommunikationstechnik ausgestatteter Arbeitsplatz in der eigenen Wohnung. Nur nebenbei sei bemerkt, dass das englisch klingende Wort eine deutsche Wortprägung ist.

Das Büro in der eigenen Wohnung, in Zeiten pandemiebedingter Kontaktbeschränkungen weiter verbreitet als je zuvor, wird kontrovers diskutiert. Während die einen genießen, nicht mehr im Stau stehen zu müssen, weil Anfahrtswege entfallen, vermissen andere den unmittelbaren Kontakt mit Kolleg*innen. Die einen freuen sich über neue Möglichkeiten des Arbeitens, die anderen sehnen sich nach gewohnten Strukturen. Gut ist es, wenn man den Arbeitsplatz wählen kann, an dem sich Vor- und Nachteile die Waage halten. Noch besser ist es, wenn man als Freiberuflerin den Luxus hat, ortsunabhängig arbeiten zu können. Remote Work oder mobiles Arbeiten ermöglicht eine neue Work-Life-Balance. Arbeiten ist gut, das Leben darf darüber nicht vergessen werden. Dass die Grenzen zwischen Job und Freizeit verschwimmen, kann belasten oder befreien. Ich habe mich für Letzteres entschieden.

Ratgeber für digitale Nomaden

Kürzlich erschien mein Ratgeber für digitale Nomaden, in dem ich über den Umzug aus dem Freiberufler-Homeoffice ins ortsunabhängige Büro berichte.

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Daniela Pucher: Zur Sache, Experte!

Sachbücher schreiben

Leicht ist es wirklich nicht, ein Buch zu schreiben, aber es lohnt sich! Das ist die Quintessenz aus dem Ratgeber ‚‚Zur Sache, Experte‘‘ aus der Feder der Autorenberaterin und Ghostwriterin Daniela Pucher. Ihr Werk ist keine weitere Anleitung zum kreativen Schreiben, von denen es schon so viele gibt. Dieses Buch leistet sehr viel mehr. Es richtet sich gezielt an Menschen, die bereits Experte bzw. Expertin auf einem speziellen Gebiet sind und ihr Expertenwissen in Buchform weitergeben möchten; Menschen also, die nicht nicht mit dem Schreiben ihr Geld verdienen, sondern als Berater, Coaches oder in anderen spezialisierten Berufen erfolgreich sind.

Der Untertitel ‚‚Sachbuch schreiben und vermarkten. Eine 10-Schritte-Anleitung‘‘ weist den Weg zum besonderen Inhalt dieses Ratgebers.
Was Puchers Buch inhaltlich auf den ersten Blick von anderen Schreibratgebern unterscheidet, ist der Fokus aufs Buchmarketing, das vom ersten Gedanken an einbezogen wird. Überhaupt ist es für angehende Sachbuchautor*innen wahrscheinlich sehr ernüchternd, in Daniela Puchers Buch zu erfahren, wie viele Schritte nötig sind, bevor endlich die erste Manuskriptseite geschrieben werden kann.
Denn mit dem Blick aufs Marketing ist die Konzeption, sind die Vorüberlegungen essenziell, weshalb Pucher ihnen in ihrem Buch breiten Raum gewährt: Erst mit Schritt 6 von 10 Schritten beginnt der eigentliche Schreibprozess.

Puchers Ratgeber ist selbst der beste Beweis dafür, dass ein informatives Sachbuch nicht trocken und langweilig daherkommen muss. Alle Ratschläge nämlich, die Pucher den angehenden Experten-Autor*innen mit auf den Weg gibt, setzt sie selbst in ihrem Buch um: vom zielgruppenorientierten Schreiben über die intelligente Leserführung bis zu Kapiteln, die sachliche Inhalte kurzweilig und anschaulich vermitteln. Nette kleine Illustrationen lockern den Ratgeber auch optisch auf und motivieren ebenso wie die an passenden Stellen eingestreuten Tippboxen zum Weiterlesen.

Natürlich muss ‚‚Zur Sache, Experte‘‘ nicht zwingend von vorne bis hinten in einem Stück gelesen werden. Das detaillierte Inhaltsverzeichnis lädt dazu ein, die Aspekte gezielt anzusteuern, die man zum Thema Sachbuchschreiben gerade am nötigsten braucht.

Wer sich nach der Lektüre des 228 Seiten starken Werks ein wenig überfordert von allen Empfehlungen fühlt, muss keineswegs auf eine Buchveröffentlichung verzichten. Daniela Pucher berät Autor*innen nicht nur, sie schreibt selbst Bücher als Ghostwriterin und erklärt in Ihrem Buch, wie ein Netzwerk an professionellen Dienstleister*innen angehende Autor*innen bei einzelnen oder mehreren Schritten der Veröffentlichung unterstützen kann.

So gut mir das Buch insgesamt gefällt und so gerne ich es empfehle, bleibt doch ein kleiner Kritikpunkt: Mit dem Cover kann ich mich nicht ganz anfreunden, zu sehr erinnert es mich an einen Honigtopf. Aber ich gehöre gar nicht zur Zielgruppe dieses Sachbuchs. Angehende Autor*innen sehen hoffentlich das, was ihnen mit einer Buchveröffentlichung zusteht: die Krone für ihr Expertenwissen.

Weitere Informationen ...

... zum Buch auf der Website des Verlags:
Zur Sache, Experte
(Ich habe die PDF-Ausgabe gelesen, die der Verlag mir freundlicherweise als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat.)

... zur Autorin: Daniela Pucher


Vom Vorlesen zum (Film-)Lektorat

Was ist Film-Lektorat?

Lektorat ist kein geschützter Begriff, den Königsweg zum Beruf der Lektorin, des Lektors gibt es nicht. Zur Verwirrung trägt bei, dass Lektor*innen in vielen Bereichen arbeiten. Filmlektorat etwa bedeutet nicht dasselbe wie Textlektorat – das weiß ich erst, seit mir eine Drehbuchautorin den Unterschied erklärt hat.

Fangen wir damit an, was als übliche Tätigkeit der Lektor*innen gilt. Überraschenerweise ist dies nicht die Überarbeitung von Texten, in erster Linie sind Lektoren und folglich auch Lektorinnen Lehrbeauftragte an Hochschulen, so steht es im Duden.
Erst als zweite Bedeutung wird angeführt, dass angestellte oder freie Lektor*innen Manuskripte prüfen und bearbeiten und im weiteren Sinn Projekte betreuen, die zur Veröffentlichung bestimmt sind. Diesen Bereich kenne ich gut, denn das ist mein Lektoratsgebiet.
Lektoren (inzwischen vermutlich auch Lektorinnen) kennen aber auch die Kirchen: als Laien, die liturgische Texte vortragen.
Genau das ist auch die Grundbedeutung von Lektor: jemand, der vorliest, gebildet zu lat. legere = lesen.

Auch beim Film-Lektorat wird ein Text gelesen, das Drehbuch nämlich. Aber Lektorat bedeutet dabei nicht Redaktion des Textes. Ziel des Film-Lektorats ist, die Qualität eines Drehbuchs einzuschätzen, das Drehbuch zu begutachten. Der Dramaturgenverband VeDRA hat kürzlich neue Richtlinien zum Film-Lektorat erarbeitet. Wer sich über diese Art des Lektorats näher informieren möchte, wird auf der Website des Verbandes fündig.

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Joga ade

Joga ade

Inzwischen hat es sich herumgesprochen, zahlreiche Artikel und Beiträge wurden dazu in den letzten Wochen veröffentlicht: Die Regeln der amtlichen deutschen Rechtschreibung und die Schreibvarianten für einige Wörter wurden angepasst und aktualisiert. Das amtliche Regelwerk des Rats für deutsche Rechtschreibung in seiner aktuellen Form kann auf der Website des Rechtschreibrats eingesehen und von dort als PDF heruntergeladen werden:Regeln und Wörterverzeichnis/. Der Sprachwandel macht auch vor der neuen Rechtschreibung nicht halt.

Jetzt darf also offiziell in Großbuchstaben „ẞ“ neben „SS“ geschrieben und Glück „zum Neuen Jahr“ gewünscht werden.
Spannender finde ich etwas anderes:

 

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Frauschaft

Frauschaft

Schade finde ich, dass sich zurzeit das Rad in vielerlei Hinsicht zurückzudrehen scheint. Erschreckend finde ich, welche menschlichen Abgründe sich öffnen, wenn es zum Beispiel um gendergerechte Sprache geht. Offenbar bin ich, die ich mit dem Feminismus der 1970er Jahre und den Cartoons von Claire Bretécher heranwuchs, nichts als ein Relikt ferner Welten.
Deshalb gibt es vieles, was ich noch lernen kann. Zum Beispiel ein für mich neues Wort, das noch dazu extra für Frauen bestimmt ist!

Tatsächlich war mir bis vor Kurzem nicht bewusst, dass der Duden ein Wort namens Frauschaft verzeichnet für ein „aus weiblichen Mitgliedern bestehendes Team“. Hm. So einfach kann gendergerechte Sprache also sein. Fragt sich nur, warum sich das Wort nicht durchgesetzt hat und der Sprachgebrauch bei „Mannschaften“ und „Teams“ bleibt.