Wanderland ohne Dativ

Wikipedia drückt es hübsch aus: Bei Eigennamen bestehe „eine gewisse Neigung zur Aufgabe der Deklination“. Diese Neigung kommt auf den beiden Bildern sehr deutlich zum Ausdruck:

in Wanderdörfern
von Wanderdörfern

Im Werbelektorat brauchen Lektoren oft diplomatisches Geschick, um zwischen Kundenwünschen und Sprachansprüchen zu vermitteln. Ich vertrete gerne den Standpunkt, dass Lesbarkeit wichtiger ist als Regeltreue. In manchen Fällen kann ich also durchaus verstehen, wenn Unternehmen eigenen Sprachregeln folgen wollen.

Wäre ich in diesem Fall gefragt worden, hätte ich abgeraten. Hier wirkt das Wegfallen der Deklination sehr unglücklich – vorsichtig ausgedrückt. Wenn wenigstens optisch durch die typografische Gestaltung klar erkennbar wäre, dass Österreichs Wanderdörfer sich von deutschen Grammatikregeln distanzieren wollen, hätte ich ein Auge zugedrückt.

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Wie bilde ich ein Adverb?

bekanntlichWas ist denn das?

Wie in der englischen Sprache Adverbien regelmäßig gebildet werden, haben wir alle in der Schule gelernt: Man nehme ein Adjektiv und füge die Endung -ly an. So weit, so gut.

Über deutsche Adverbien wissen wir meist deutlich weniger gut Bescheid. Aber das ist auch kein Wunder, denn sogar die dicke Dudengrammatik, selbst alles andere als leichte Kost, bezeichnet Adverbien wortwörtlich als „schwierige Wortart“.

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Das Mehr

Das Mehr scheint sehr beliebt zu sein, wie ein Blick in diverse Suchmaschinen und Zeitschriften zeigt.
Wie immer habe ich etwas daran auszusetzen:
1. lässt sich über Geschmack nicht streiten: Ich ziehe das Meer vor.
2. sind Rechtschreibkenntnisse nicht jedermanns Sache: Meistens geht es gar nicht um das Substantiv Mehr, sondern um das kleingeschriebene Adverb oder Pronomen mehr.

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Ein Komma zu viel

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Nichts lieber als das: Lieber kein Komma als drei an der falschen Stelle!
Merke: Ein Komma ist nur dann nötig, wenn „als“ einen kompletten Nebensatz einleitet.


Kleiner Sehtest

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