Zeichensprache

Zeichensprache

Das Sprachblog ist nun schon fast 14 Jahre alt – ein Methusalem der Sprachblogs im Internet. Vor 9 Jahren hielt ich es für angebracht, einen Beitrag darüber zu schreiben, wie sich Satzzeichen am besten mit Internetadressen vereinbaren lassen. Mein Optimismus zur Rechtschreibung im Internet gehört ins Reich der Fantasie, aber URLs in Texten sind keine Exoten mehr und meine Lektoratskunden haben zu einem guten Rechtschreibumgang mit Internetadressen gefunden.

Für lange URLs, die in Print- und in Onlinetexten den Lesefluss hemmen und beim Übertragen auf ein anderes Medium zu Problemen führen können, gibt es längst verschiedene Ausweichmöglichkeiten: von Diensten, die URLs verkürzen, bis zu Webcodes, die nur aus wenigen und leicht zu merkenden Buchstaben- oder Zahlenfolgen bestehen und bei der Eingabe auf einer Website zur entsprechenden Unterseite führen.

Aktueller ist die Frage nach den Satzzeichen in Verbindung mit inzwischen allgegenwärtigen Emojis. Im April twitterte der Dudenverlag dazu:
„Unsere Redaktion empfiehlt, Emojis bei vollständigen Sätzen nach dem Satzzeichen zu platzieren.“

Eine offizielle Regelung zur Kombination von Emojis mit Satzzeichen gibt es nicht, aber die Dudenempfehlung halte ich für sinnvoll. Man kann sich das Vorgehen ähnlich vorstellen wie beim Umgang mit Fußnoten in wissenschaftlichen Texten: Bezieht sich eine Fußnote auf einen ganzen Satz (oder auch Absatz), steht das Fußnotenzeichen nach dem Schlusspunkt, bezieht es sich nur auf einen Teil des Satzes, auf ein Wort oder eine Wortfolge, so steht es vor dem Schlusspunkt. Auch mit den Anführungszeichen bei Zitaten lässt sich ein Vergleich ziehen. Hier ist die Perspektive eine andere, das Ergebnis aber ähnlich: Geht der eigentliche Satz nach dem Zitat weiter bzw. werden nur einige Wörter zitiert, steht der Schlusspunkt erst nach dem Satzzeichen. Bildet das Zitat einen eigenen Satz im Text, steht der Punkt vor dem Satzzeichen.

So viel zum praktischen und möglichst regelgerechten Vorgehen. Die stilistische Entscheidung, ob in Ihrem Text eine Kombination von Emojis und Satzzeichen sinnvoll und passend ist, liegt ganz bei Ihnen / bei euch. ;-)

Kommentare:
  • Avatar
    Sebastian
    17. November 2018

    Vielen Dank für den interessanten Beitrag. Wenn man sich das genauer überlegt, ist die Regelung vom Duden eigentlich die einzig logische und sinnvolle. Interessant finde ich die Entwicklung von Emojis in Chats, wo sie in einigen Bereichen schon die Verwendung von Wörtern und Sätzen nahezu vollständig verdrängt haben.  Für den geschäftlichen Schriftverkehr ist diese Vorgehensweise sicherlich weniger geeignet, aber dennoch finde ich diese Entwicklung sehr spannend. Mal sehen, wo das noch hinführt.

    Schöne Grüße,
    Sebastian

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