Wie wollen wir lesen?

Wie wollen wir lesen?

Der Anteil der E-Books am Buchmarkt steigt – das wird seit Jahren gemeldet. Hohe Zuwachsraten des E-Book-Anteils werden genannt, nicht selten war auch von Verdopplung zu lesen. Das darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Gesamtanteil der E-Books am deutschen Buchmarkt nach wie vor gering ist. Von den 30 Prozent, die E-Books laut Buchreport vom März 2013 damals schon in den USA erreichten, ist der E-Book-Anteil in Deutschland meilenweit entfernt.
Zwar meldet der Börsenverein des Deutschen Buchhandels deutliche Anstiege für Umsatz und Erlös mit E-Books im ersten Halbjahr 2020, aber die Zahl, die unterm Strich zählt, bleibt einstellig: Lediglich 7,5 Prozent des gesamten Umsatzes auf dem Publikumsbuchmarkt entfällt demnach auf E-Books.
Diese Zahl finde ich sehr ernüchternd, selbst wenn inzwischen der Anteil weiterhin gestiegen sein dürfte. Der coronabedingte Zuwachseffekt, den der Börsenverein nennt, wirkt sich vermutlich auch auf die Zahlen des zweiten Halbjahrs 2020 aus, aber insgesamt beherrschen gedruckte Bücher nach wie vor den Markt.

Das deckt sich nicht mit meinen Lesegewohnheiten. So schön es ist, ein gedrucktes Buch in Händen zu halten, so praktisch finde ich es, ein E-Book zu lesen. Mit meinem Smartphone oder meinem E-Book-Reader habe ich meine Bibliothek immer dabei, ohne großes Gepäck mit mir herumschleppen zu müssen, das ist der eine Vorteil. Außerdem bin ich in einem Alter angekommen, in dem ich es zu schätzen weiß, dass ich mit einem beleuchteten Display und variabler Schriftgröße lesen kann – die Augen werden nicht jünger. Manchmal ertappe ich mich dabei, die Schrift eines Printbuchs vergrößern zu wollen.

Faszinierend finde ich alle Varianten, in denen Bücher heute daherkommen. Die Bandbreite zwischen Buch und Nonbook   (schönes Wort, nicht wahr?) ist riesig und die Bandbreite der technischen Möglichkeiten und der interaktiven Bücher sowieso.
Für mich hat das lesefreundlichste Buch die Form einer Website, das könnte zum Beispiel so aussehen wie das Buch von Marijn Haverbeke zu JavaScript.

Die Frage nach der Vergütung von Autor*innen und der Schutz der Urheberrechte steht auf einem anderen, sehr wichtigen Blatt. Über den aktuellen Gesetzentwurf zur Umsetzung von EU-Vorgaben informiert u. a. literaturcafe.de

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