Nach einem vergnüglichen Ausflug in die Geschichte deutscher Grammatikwerke, angeregt und kundig begleitet durch Sandra Hohmann, möchte ich zweierlei festhalten:
1. Aus der „Biegung“ eines Worts wurde im Lauf der Zeit die „Beugung“. Schade!
2. „Sprachdummheiten“ wurden immer schon gerne beklagt. So schreibt Gustav Wustmann im Jahr 1891: „Großes Vergnügen macht es vielen Leuten, den Genitiv von Personennamen mit einem Apostroph zu versehen: Friedrich’s, Müller’s. Selbst große Gelehrte sind in den Apostroph so verliebt, daß es ihnen ganz undenkbar erscheint, Goethes ohne das hübsche Häkchen oben zu schreiben. Nun ist ja der Apostroph überhaupt eine große Kinderei.“ (Allerhand Sprachdummheiten. Kleine deutsche Grammatik des Zweifelhaften, des Falschen und des Häßlichen. Ein Hilfsbuch für alle die sich öffentlich der deutschen Sprache bedienen. Dritte verbesserte und vermehrte Ausgabe 1903, S. 7)
Seine Polemik beschränkt sich übrigens nicht auf die Verwendung des Apostrophs, dessen Gebrauch offensichtlich nicht nur heute umstritten ist.