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Ines Balcik, Sprachblog

IB-Klartext: Werbe- und Wirtschaftslektorat ° Korrektorat ° Redaktion

Einträge mit dem Schlagwort: Blogwichteln



Bunter Textreigen

Zum zweiten Mal gab es eine Blogwichtelaktion im Texttreff, dem Netzwerk wortstarker Frauen. Wichtel gelten als gutmütige und hilfsbereite Hausgeister. In ihrer modernen Form als Blogwichtel erweisen sie sich als freundliche Bloggerinnen, die in der Vorweihnachtszeit andere Bloggerinnen mit einem Blogbeitrag beschenken.

Blogwichteln

Im Sprachblog schrieb in diesem Jahr Katrin Zinoun einen Gastbeitrag zu Infografiken, letztes Jahr berichteten Daniela Dreuth (Thüringer Weihnachtsgebäck) und Elke Hesse (Münchner Weißwürscht) über regionale Sprachspezialitäten.

Auch 2012 ist die thematische Bandbreite der Wichtelbeiträge sehr groß. Im TT-Blog werden alle Beiträge in der Reihenfolge ihres Erscheinens angekündigt. Eine nach den Gastgeberblogs sortierte Übersicht über alle Beiträge des Blogwichtelns 2012 findet sich hier.
Viel Spaß beim Lesen!

Die Welt verstehen mit Infografiken

Ein Gastbeitrag von Katrin Zinoun, Dialogtexte

„Ein Bild sagt mehr als tausend Worte“, so sagt man. Das trifft allerdings nur dann zu, wenn das Bild auch gut ist. Die um sich greifende Infografikflut versorgt uns zurzeit mit ausreichend Bildern, die uns das Verstehen der jeweils behandelten Themen erleichtern soll.
Leichteres Verstehen wird allerdings oft nicht erreicht. Eine Zusammenstellung von verschiedenen bunten Schriftarten in Größe 8 und vielerlei Bildchen in einem Wirrwarr an Fakten unterstützt das Verständnis nicht gerade. Das Kreisdiagramm in dieser Grafik (untere Hälfte) ist beispielsweise so unübersichtlich, dass man aus einer einfachen Tabelle die Ergebnisse leichter ablesen könnte.
Dennoch sind Infografiken auf allen Bildschirmen. Sie funktionieren auch nur auf Bildschirmen. Denn wer sollte diese schmalen, aber ziemlich hohen Formate ausdrucken? Es ist für mich nicht nachvollziehbar, warum man sie in so einem – dem Bildschirm völlig entgegengesetzten – Format anfertigt.

Von Schaubildern zu interaktiven Datenvisualisierungen

Visualisierung von Informationen hat es schon immer gegeben. Großformatige Schaubilder wurden in Schulen in Form von Wandkarten zur Erklärung von komplizierten technischen Vorgängen benutzt:

Haustelefon
Elektrisches Läutewerk – Haustelegraph, Schulwandbild aus den 1930er Jahren. Quelle: Saarländisches Schulmuseum. Veröffentlicht mit Genehmigung.

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Zum Jahreswechsel

Vielleicht erinnern sich einige noch an die Hitliste häufig falsch geschriebener Wörter, die ich vor Jahren gelegentlich im Sprachblog veröffentlicht habe. Nach fünf Jahren interessiere ich mich wieder einmal für den Silvesterabend.
Das Ergebnis: Das Internet ist gewachsen! 1.570.000 Treffer für den richtig geschriebenen Silvesterabend, 65.800 Treffer für den falsch geschriebenen Sylvesterabend.

Daraus schließe ich glasklar, dass die Rechtschreibkompetenz zugenommen hat. Jawohl, zugenommen! Denn während der Quotient aus richtiger/falscher Schreibweise Ende 2006 6,4 betrug, stieg er nun auf gewaltige 24,2. Der richtig geschriebene Silvesterabend ist also nicht nur absolut, sondern auch relativ inzwischen deutlich häufiger zu finden als vor fünf Jahren.

Deshalb fällt mein Sprachorakel für 2012, allen Unkenrufen der Sprachpessimisten zum Trotz, eindeutig positiv aus.

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Münchner Weißwürscht

Ein Gastbeitrag von Elke Hesse, Wortgestalten

Als ich Danielas Beitrag zum Thüringer Weihnachtsgebäck las, musste ich unwillkürlich an den sprachlichen und kulinarischen Fauxpas denken, den ich vor vielen Jahren als frischgebackene Journalistenschülerin aus Nordrhein-Westfalen im ersten Monat in der bayerischen Landeshauptstadt beging. Mein Auftrag lautete, für die Journalistenschule eine mitreißende Reportage vom Aufbau des Oktoberfestes auf der Theresienwiese zu schreiben. Mal abgesehen davon, dass ich mich darüber wunderte, überhaupt keine Wiese vorzufinden, sondern einen größtenteils fest betonierten Platz, und dass ich darüber grübelte, wieso eigentlich jedes Jahr im September ein Fest beginnt, das den „Oktober“ im Namen trägt – schlich ich ansonsten mindestens anderthalb Stunden lang unter emsig arbeitenden Männern umher, die auf Gerüsten herumturnten, Bier tranken und sich mir unverständliche Sätze zuriefen. Ich traute mich nicht, auch nur einen von ihnen anzusprechen und zu interviewen, wie es sich für eine „gscheite“ Reportage gehört hätte.
Also blieb mir nichts anderes übrig, als später einfach meine Reportage zu erfinden. Das fiel mir gar nicht mal so sonderlich schwer, Fantasie hatte ich. Peinlich war nur, dass unser Lehrer, ein bekannter SZ-Journalist, am nächsten Tag vor versammelter Klasse über unsere Reportagen urteilte. Meine in der Hand haltend, grinste er süffisant, meinte: „Es geht doch nichts über eine gute Recherche, vor allem, wenn die Reporterin von jenseits des Weißwurstäquators kommt“, und er zitierte genüsslich: „Über der ganzen Theresienwiese liegt der Duft von frisch gebratenen Weißwürsten.“ Grölendes Gelächter. Schenkelklopfen. Zum Teil aber auch ratlose Gesichter, so wie meines.

Münchner Weißwürscht
Foto: © Eva Brandecker

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Uber

Im Texttreff wird weiterhin fleißig gewichtelt. Als ich mich nach Sprach-Apps für meinen Gastbeitrag im Sahnehäubchen von Margit Sies-Gurel umsah, fiel mir ein netter Germanismus im OpenOffice Document Reader auf: uber awesome.

uber

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Thüringer Weihnachtsgebäck

Ein Gastbeitrag von Daniela Dreuth, Wortakzente

Wenn eine Sprachwissenschaftlerin in einen anderen Dialektraum umzieht – selbst, wenn sie eigentlich Fremdsprachen studiert hat –, fühlt sie sich eine Weile wie im Paradies. Mir jedenfalls ging es so, als es mich vor Jahren von Mittelhessen nach Thüringen verschlug. Jeden Abend berichtete ich meinem Mann begeistert von meinen Entdeckungen: neuen Wörtern, „merkwürdigen“ Aussprachen, faszinierenden Redewendungen. Auch musste ich feststellen, dass meine Zuhörer durchaus nicht alles verstanden, was ich sagte, manches gar amüsant fanden, obwohl ich mir doch einbildete, halbwegs Hochdeutsch zu sprechen. Besondere Fallstricke boten Einkäufe, vor allem beim hier Fleischer genannten Metzger. Beispielsweise war ich leicht beleidigt, als gleich mehrere Fleischereifachverkäuferinnen sich vor Lachen kringelten, als ich einen „Kringel“ Fleischwurst verlangte.

Zum Jahresende musste ich feststellen, dass der Ausdruck „zwischen den Jahren“ den Thüringern nicht geläufig ist. Diese vergnügten sich an meinem verblüfften Blick, als ich erstmals eine Frau sagen hörte, sie müsse jetzt aber dringend damit anfangen, „Schittchen“ zu backen. Schittchen? Schitte ist das Wort, das wir als Kinder benutzten, um das damals noch streng verbotene andere Wort mit Sch… zu umgehen! Was sollte da wohl gebacken werden? Es stellte sich heraus, dass es sich um „eine Stolle“ handelte, andernorts als der Stollen geläufig. Aber woher dieser Name?

Thüringer Weihnachtsgebäck
Foto: © Eva Brandecker

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Blogwichteln

In der Vorweihnachtszeit sind sie besonders aktiv, die Wichtel*, die gerne Gutes tun. In den Genuss ihrer guten Taten kommt nun auch das Sprachblog als Teil der Blogwichtelaktion des Netzwerks Texttreff.

Blogwichteln

Gerne kündige ich heute bereits die Gastautorin im Sprachblog an: Daniela Dreuth hat ihren Beitrag schon verfasst, so viel verrate ich, damit wir uns gemeinsam auf ihren Wichtelbeitrag freuen können. In den nächsten Tagen wird er hier erscheinen.
In meinem privaten Blog ist bereits ein Wichtelfant alias Christiane Bergfeld zu Besuch gekommen.

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Autorin: Sigrid Pöschl; Redaktion: Ines Balcik