Professionelle Sprecher

Mein Traumberuf ist Lektorin schon seit langer Zeit, ich bin dankbar. Einen heimlichen Traum habe ich nie verwirklicht: eine Sprecherausbildung. In einem Gastbeitrag erklärt Luisa Dziki, was beim professionellen Sprechen wichtig ist.

Mit Sprechen Geld verdienen

Ob im Radio, Film oder Werbung, neben dem Inhalt bleibt uns oft auch noch eine andere Sache hängen: Die Stimme! Allzugern zitieren wir dann unsere Lieblingsszenen mit dem Versuch, die Stimme zu imitieren. Oder vermeintlich hören wir unsere Lieblingsfernsehfigur plötzlich in einer Werbung.  Aber wie wird man eigentlich eine dieser Stimmen, deren Job es ist, uns zu verzaubern?

Die Aufgaben eines professionellen Sprechers
Ein Sprecher kann Texte für Hörspiele, Fernsehen, Radio oder Werbung „vorlesen“. Die Person muss sich dabei sauber und deutlich artikulieren können – und darüber hinaus eine angenehme, aber vor allem variabel einsetzbare Stimme haben. Denn ein Text, kann je nach Betonung, Geschwindigkeit und Lautstärke unterschiedlich auf den Zuhörer wirken.

Es gehört viel Präzision und Konzentration zur Arbeit eines Sprechers, denn er muss teilweise mehr als 200 Aufnahmen pro Tag machen. Daher sollte er nicht nur eine angeborene, geeignete Stimme besitzen, sondern auch geübt darin sein, sie einzusetzen.
In einem kleinen Tonstudio müssen die Sprecher es schaffen, die gewünschten Emotionen in ihre Stimme zu projizieren – obwohl sie selbst nicht weiter weg von der dargestellten Situation sein könnten. Somit gehört zum Sprecher-Job auch ein Talent zur Schauspielerei. Erschwerend kommt bei ausländischen Produktionen die Lippen-Synchronisation hinzu. Gar nicht so einfach, einem englischsprachigen Schauspieler authentisch deutsche Sätze in den Mund zu legen.

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Fast vergessene Mundarten

Als vor einiger Zeit die Mail eines freundlichen Bloglesers zur Mundart Potokisch in meinem Postfach landete, ahnte ich noch nicht, welche Kreise dieses Thema für mich ziehen würde. Vor Jahren notierte ich kurz im Sprachblog, dass Mantakisch, Hopgartnerisch und eben Potokisch Mundarten sind, die sich als deutsche Sprachinseln auf heute slowakischem Gebiet erhalten haben. Mehr über diese wohl hauptsächlich Sprachwissenschaftlern bekannten Mundarten und die Geschichte der Menschen, die sie sprechen, war mir nicht bekannt.

Mich faszinieren die Sprachinseln, weil sie zeigen, dass Migrationsbewegungen keine Erfindung der Globalisierung sind. Ganze Familien nahmen schon vor Jahrhunderten lange und beschwerliche Reisen auf sich, um in der Ferne eine besseres Leben zu finden. Ob die Gründe für die Auswanderung politischer, wirtschaftlicher oder sonstiger Natur waren und sind, ist nicht wichtig. Die Muttersprache bildet offenbar ein sehr starkes Band, das lange Zeit überdauert.

Sprachenkarte Böhmen

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Poesiealbum 2.014

Geburtstagsparade

10 Jahre Sprachblog

In wenigen Wochen feiert das Sprachblog Geburtstag: Am 3. Oktober 2004 erschien der erste Blogbeitrag. 10 Jahre Sprachblog, das möchte ich mit allen Leserinnen und Lesern feiern. Wie feiert man einen Bloggeburtstag im Sprachblog? Mit einem Poesiealbum!

In 10 Blogjahren hat sich dieses Blog ebenso verändert wie die gesamte Blogosphäre. Als das Sprachblog online ging, gab es kaum ein Blog zum Thema Sprache. Nun lassen sich die Sprachblogs kaum noch zählen, während sich in meinem Sprachblog Art und Frequenz der Blogbeiträge geändert haben. Was sich in 10 Jahren kaum gewandelt hat, ist meine Konzentration auf Grammatikthemen, auf Gebrauchs-, Info-, Sach- und Fachtexte, auf Texte ziemlich nüchterner Natur also.

Aber zum Bloggeburtstag möchte das Sprachblog andere sprachliche Seiten zeigen: Gesucht sind eure liebsten Gedichtzeilen oder euer Lieblingsgedicht. Ich freue mich auf eure Kommentare! Unter allen, die darin bis zum Bloggeburtstag am 3. Oktober ihre Lieblinge verraten, verlose ich als Dankeschön ein Exemplar des Dudenkalenders Auf gut Deutsch 2015.

Poesie

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Zum Diktat, bitte!

Diktatwettbewerb „Frankfurt schreibt“

Vor zwei Jahren gab es den hessischen Diktatwettbewerb zum ersten Mal (einen Hinweis am Rande gab es auch hier im Sprachblog), bei der dritten Auflage in diesem Jahr habe ich mitgeschrieben als Mitglied im Team des Lektorenverbandes VFLL.

Diktatwettbewerb 2014

Der Wettbewerb soll auf „sportliche, heitere und lehrreiche Art und Weise“ zur Sprachkultur beitragen, so heißt es auf der Website „Frankfurt schreibt!“. Organisiert war alles bestens, die junge Vorjahressiegerin der Schülerkategorie führte charmant durch die Veranstaltung.

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Fremdenzimmer

Endlich komme ich dazu, auf eine Publikation hinzuweisen, die das AntiDiskriminierungsBüro (ADB) Köln des Vereins Öffentlichkeit gegen Gewalt e. V. 2013 veröffentlicht hat: „Sprache schafft Wirklichkeit – Glossar und Checkliste zum Leitfaden für einen rassismuskritischen Sprachgebrauch“ kann heruntergeladen oder bestellt werden, alle Informationen dazu gibt es unter oegg.de.

Sprache kann so vieles ausdrücken. Sind wir uns aller Feinheiten immer bewusst? Was ist zum Beispiel der Unterschied zwischen Zuwanderern und Einwanderern, fragt Jürgen Trabant auf jetzt.de.

Und was verrät das Wort Fremdenzimmer? Sie sind meist freundlicheren Gästezimmern gewichen, aber verschwunden sind sie nicht.

Fremdenzimmer