Bei Weitem nicht

Das Schöne am Internet ist, dass man alles findet. Das Schlechte am Internet ist, dass man bei Weitem nicht nur Richtiges findet. Falsch ist zum Beispiel diese Information:

bei Weitem/weitem

Richtig ist, dass sowohl „bei weitem“ als auch „bei Weitem“ den aktuellen Rechtschreibregeln entspricht. Im Rechtschreibduden wird die Großschreibung empfohlen.

So weit, so gut. Einig sind wir uns hoffentlich darüber, dass zwei Wörter nötig sind. „Beiweitem“ zusammengeschrieben wird noch nicht einmal als Treffer von einer Suchmaschine ausgespuckt.

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K-diktat-2015

Buchstabe für Buchstabe

Diktatwettbewerb 2015

In den USA soll seit 90 Jahren der Buchstabierwettbewerb Spelling Bee Grundschulkinder auf den Rechtschreibweg bringen, in Deutschland mühte sich vor Jahren Hape Kerkeling, einem TV-Publikum Rechtschreibung schmackhaft zu machen – zu einer Zeit, als die Einführung der neuen Rechtschreibregeln erstaunlich emotionale Wellen schlug.

Seit dem Schuljahr 2011/2012 ruft die Frankfurter Stiftung Polytechnische Gesellschaft Oberstufenschülerinnen und -schüler, Eltern und Lehrkräfte zum unterhaltsamen Diktatwettstreit „Frankfurt schreibt!“ auf (im Sprachblog gab es seinerzeit eine kurze Notiz dazu). Am Großen Diktatwettwettbewerb – so der jetzige Name der Veranstaltung – im Schuljahr 2014/2015 nahmen Schulen aus ganz Hessen, aus Hamburg und Osnabrück teil.

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Schreib mir meinen Namen

Aufmerksame Rechtschreibbesserwisser finden natürlich auch im Sprachblog Fehler. Ja, der offensichtlichste Fehler verbirgt sich sogar nicht weit weg von jedem einzelnen Blogeintrag im Sprachblog. Ein Dauerbrennerfehler also. Wer ihn findet, darf sich Adlerauge nennen. ;-)

Fehler, die andere machen, fallen sofort ins Auge und über sie lässt es sich am leichtesten lästern. Zum Beispiel über die kreative Namensverformung „Baldig“.

Tippfehler in der Anrede

Ein falscher Buchstabe im Namen ist schnell getippt. Da der Adressat seinen eigenen Namen aber schon lange und gut kennt, ist gerade bei der Anrede besondere Sorgfalt gefragt. Besonders dann, wenn man etwas von dem oder der Angeredeten erbitten will.

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„Folklorisch“ ist folkloristisch

Wann gibt es ein Wort? Wenn man eine Internetsuchmaschine als Maßstab nimmt, ist „folklorisch“ offensichtlich ein Wort – noch dazu eins mit vielen Treffern. Sprache ist bekanntlich arbiträr*, also spricht nichts Grundsätzliches gegen die Erfindung eigener Wörter. Manche lokale Sitten und Bräuche muten vielleicht sonderbar an, aber gewisse Konventionen hinsichtlich der Sprache erleichtern letztlich doch die Kommunikation. Und so erfreuen wir uns vorläufig weiterhin folkloristischer Traditionen, denn folkloristisch lautet noch die korrekte Form des Adjektivs.

Grafik
Foto: pixabay

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Immer Ärger mit dem Komma

Am 22. Mai 1931 wurde die Postkarte geschrieben, die auf dem Bild zu sehen ist. Der Text liefert einen Beleg dafür, dass sich einige Kommaprobleme in fast 80 Jahren erstaunlich wenig geändert haben.

Postkarte von 1931

Entdecken lässt sich ein falsches Komma zwischen mehrgliedrigem Adverbial und Prädikat („mit ... Schulgang, senden wir“). Im Gegenzug fehlt das Komma vor dem dass-Satz. Ich vermute zumindest, dass diese Kommaregeln seinerzeit nicht anders waren als heute.

Auch ein Apostroph zwischen Eigennamen und Genitivendung war offensichtlich damals schon beliebt, es ist gleich mehrfach auf der Karte zu finden („Else’s“ zum Beispiel). Die s/ß-Schreibung war wohl doch nicht so eindeutig, wie wir heute meist unterstellen: Grüße hätte ich nicht unbedingt als „Grüsse“ zu finden erwartet.

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