Zum Jahreswechsel

Vielleicht erinnern sich einige noch an die Hitliste häufig falsch geschriebener Wörter, die ich vor Jahren gelegentlich im Sprachblog veröffentlicht habe. Nach fünf Jahren interessiere ich mich wieder einmal für den Silvesterabend.
Das Ergebnis: Das Internet ist gewachsen! 1.570.000 Treffer für den richtig geschriebenen Silvesterabend, 65.800 Treffer für den falsch geschriebenen Sylvesterabend.

Daraus schließe ich glasklar, dass die Rechtschreibkompetenz zugenommen hat. Jawohl, zugenommen! Denn während der Quotient aus richtiger/falscher Schreibweise Ende 2006 6,4 betrug, stieg er nun auf gewaltige 24,2. Der richtig geschriebene Silvesterabend ist also nicht nur absolut, sondern auch relativ inzwischen deutlich häufiger zu finden als vor fünf Jahren.

Deshalb fällt mein Sprachorakel für 2012, allen Unkenrufen der Sprachpessimisten zum Trotz, eindeutig positiv aus.

 

Blogwichteln

Vor dem Beginn des neuen Sprachjahres weise ich außerdem darauf hin, dass ich meinen Wortschatz ein wenig aufgeräumt habe. Das Ergebnis ist ein Gastbeitrag in Elke Hesses Blog: Mein Wörterjahr.
Wer Lust hat, weitere Beiträge der Blogwichtelaktion des Texttreffs zu lesen, findet in Andrea Grohs Blog querbeet-gelesen.de einen ganzen Sack voller Geschichten – da dürfte wirklich für jeden Geschmack etwas dabei sein.

Einen Kalender für 2012 hat inzwischen jeder? Ich winke gerne an dieser Stelle mit dem Zaunpfahl und erinnere an den neuen Sprachkalender Auf gut Deutsch. ;-)

Kommentare:
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    Giselle
    15. Februar 2012

    Ja, ich glaube auch, dass die Rechtschreiblage insgesamt schlechter ist, auch dieses eine Beispiel etwas anderes zeigt. Was ich manchmal an Texten (zum Übersetzen) vorgelegt bekomme, ist zum Wegrennen und Schreien zugleich…
    Trotzdem: Wir bleiben dran!

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    Ines
    18. Januar 2012

    Im Gegenteil, das macht mich noch optimistischer: positive Entwicklung trotz Rechtschreibkorrekturhilfen! ;-) Für individuelle Rechtschreibvarianten habe ich übrigens durchaus Verständnis. :-)

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  • Avatar
    Klaus
    17. Januar 2012

    Liebe Ines,

    es tut mir weh, deinen Optimismus zu dämpfen, aber ich befürchte, daß diese positive Entwicklung weniger einer gesteigerten Rechtschreibkompetenz als der fortgeschrittenen Verbreitung von Rechtschreibkorrekturhilfen geschuldet ist.

    Diese häßlichen roten Striche wollen selbst mir gestrigem Muffel im vorigen Satz mein geliebtes “daß” madig machen!

    Schluchz, Klaus

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