Die Kunst des Argumentierens

Was ist damit?

Wenn Kinder nicht essen, greifen manche Eltern zur Moralkeule: „Du willst nicht essen, obwohl hungernde Kinder in Afrika sich nach diesem Essen sehnen würden.“ Ein schlagfertiges Kind antwortet darauf wahrscheinlich: „Dann schickt das Essen doch nach Afrika!“ Punkt für das Kind, Scheinargument entlarvt.

Scheinargumente beherrschen offenbar inzwischen viele Diskussionen im öffentlichen Raum. Im Zweifelsfall wird auf Polemik und persönliche Angriffe gesetzt, frei nach dem fragwürdigen Motto: „Und willst du nicht meiner Meinung sein, so haue ich dir [im übertragenen Sinn höchstens hoffentlich!] den Schädel ein.

Auf Ablenkung vom eigentlichen Thema zu setzen, ist typisch für Whataboutism. Einfühlsamere Eltern als im Beispiel oben hätten versuchen können, den Ursachen fürs Nichtessen auf den Grund zu gehen. Menschen, die jedes Problem in einem Land auf eine bestimmte Gruppe von Menschen schieben und diese somit als Sündenbock abstempeln, drücken sich vor sachlichen Diskussionen.

Aber anders, als es das Bild über diesem Beitrag vermuten lässt, geht es mir hier im Sprachblog gar nicht um eine ethische Bewertung von Whataboutism. Mich interessiert die Frage: Gibt es ein passendes deutsches Wort für diese Art von Ablenkungsmanöver?

Kommentieren
Name:
E-Mail:
URL:
Kommentar:
Persönliche Angaben speichern
Benachrichtigung bei neuen Kommentaren
Benachrichtigung bei Antworten auf diesen Kommentar