Start | Sprachblog | Anfrage

Ines Balcik, Sprachblog

IB-Klartext: Werbe- und Wirtschaftslektorat ° Korrektorat ° Redaktion

« « Perlen für die Schönheit         Hartzen » »

Verwehren und verwahren

„Dagegen verwehre ich mich.“ Wo ich diesen Satz gelesen habe, verrate ich nicht. Auf jeden Fall brachte er mich dazu, während angenehmer Lektüre heftig zusammenzuzucken. Denn auch die Rechtschreibreform hat nichts daran geändert, dass die zwei Verben „verwahren“ und „verwehren“ sich zwar sehr ähnlich sehen, aber nicht dasselbe bedeuten.

„Verwahren“ kann aufbewahren bedeuten, wird aber als „sich gegen etwas verwahren“ im Sinne von protestieren gebraucht. „Verwehren“ kann man jemandem etwas, aber man kann sich nicht gegen etwas verwehren. Richtig wäre also: „Dagegen verwahre ich mich.“

Ich bin froh, dass ich Deutsch als Muttersprache gelernt habe, ohne darüber nachzudenken. Ich kann mir gut vorstellen, dass die deutsche Sprache so manchen zur Verzweiflung treibt, der sie als Fremdsprache lernt!


Kommentare: (per RSS abonnieren)

Es gibt noch keine Kommentare zu diesem Eintrag.


Name:

Email:

URL:

Persönliche Angaben speichern

Benachrichtigung bei Folgekommentaren

Bitte gib das untenstehende Wort ein:


Eine spannende Sprachreise durchs Kalenderjahr bietet der Abreißkalender Duden Auf gut Deutsch! 2012: Rechtschreibung, Grammatik und Wortwahl einfach erklärt. Leicht zu befolgende Tipps zum Sprachstil und zu Stolperfallen, viele Tests und Übungen und unterhaltsames Hintergundwissen garantieren mit jedem Kalenderblatt ein lehrreiches Vergnügen.

Autoren: Ines Balcik, Elke Hesse