Immer Ärger mit dem Komma

Am 22. Mai 1931 wurde die Postkarte geschrieben, die auf dem Bild zu sehen ist. Der Text liefert einen Beleg dafür, dass sich einige Kommaprobleme in fast 80 Jahren erstaunlich wenig geändert haben.

Postkarte von 1931

Entdecken lässt sich ein falsches Komma zwischen mehrgliedrigem Adverbial und Prädikat („mit ... Schulgang, senden wir“). Im Gegenzug fehlt das Komma vor dem dass-Satz. Ich vermute zumindest, dass diese Kommaregeln seinerzeit nicht anders waren als heute.

Auch ein Apostroph zwischen Eigennamen und Genitivendung war offensichtlich damals schon beliebt, es ist gleich mehrfach auf der Karte zu finden („Else’s“ zum Beispiel). Die s/ß-Schreibung war wohl doch nicht so eindeutig, wie wir heute meist unterstellen: Grüße hätte ich nicht unbedingt als „Grüsse“ zu finden erwartet.

Genug gemeckert! Tatsächlich habe ich mich sehr gefreut über diese altehrwürdige Postkarte, die heute in einem Briefumschlag in meinem Briefkasten landete. Eine Cousine hat dieses Familiendokument beim Aufräumen entdeckt und mir geschickt. Das Bild auf der Rückseite zeigt meine Mutter mit Schultüte an ihrem ersten Schultag.

Kommentare:
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    Ines
    04. September 2013

    Das ist beruhigend, denn im Umkehrschluss bedeutet das ja: Korrektorinnen und Lektorinnen werden immer gebraucht. ;-)

    Sicherlich gibt es kundige Menschen, die über den historischen Gebrauch von ss/ß genau Bescheid wissen. Ich meine mich zu erinnern, dass es sogar innerhalb der Generation meiner Eltern Unterschiede gab.

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  • Avatar
    Gesa
    04. September 2013

    Das kann ich nur bestätigen! In “meinen” Briefen aus den 30er-Jahren wechseln sich daß und dass sogar innerhalb von einem Brief ab - und die Kommaregeln hat offenbar auch niemand so richtig verstanden.
    Manches ändert sich eben nie! :)
    Viele Grüße
    Gesa

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