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Ines Balcik, Sprachblog

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eBookCamp 2012

eBookCamp 2012
eBookCamp November 2012 im Betahaus Hamburg. Foto: © eBookCamp

Bereits zum zweiten Mal trafen sich E-Publishing-Enthusiasten zum Austausch in Hamburg. Zum ersten Mal war auch ich dabei – mit Glück, denn die 70 Plätze waren bereits am ersten Anmeldungstag vergeben. Neun Sessions wurden im Vorfeld ausgewählt und versprachen die Qual der Wahl, denn jeweils drei Sessions lagen parallel.

Zunächst ließ ich mich von Carsten Schwab, Herstellungsleiter bei HOFFMANN UND CAMPE, ins „Wesen der Schrift und ihrer ästhetischen Wechselwirkung mit dem Trägermedium“ entführen. Aufschlussreich fand ich vor allem, daran erinnert zu werden, dass Menschen nicht immer Bücher gedruckt haben. Schriftrollen zum Beispiel gab es schon vor lange vor dem Buchdruck. Da mutet es paradox an, wenn das Scrollen eines E-Book-Textes bei iBooks 3.0 als „fast schon revolutionär“ angekündigt wird. Interessant ist also, wie sehr sich E-Books und Lesegeräte immer noch an traditionellen Buch- und Lesegewohnheiten orientieren – die Gründe dafür mögen auf der Hand liegen bei dem immer noch minimalen Anteil der E-Books am Buchmarkt. Ich erinnere mich dunkel, wie in den Urzeiten des Internets, also vor etwa 15 Jahren, über neue Möglichkeiten des Erzählens spekuliert wurde, die letztlich doch auf sich warten ließen.

Weiter ging es mit unserer eigenen Session:

Felix Wolf, einer der Organisatoren des Camps, und ich hatten uns auf das Thema freies Lektorat und E-Books vorbereitet. Vor allem um E-Book-Workflows ging es uns und wie genau freie Lektorinnen und Lektoren in diesen Prozessen zur Qualitätssicherung beitragen können. Bereits in den Gesprächen während der ersten Session war deutlich geworden, wie unterschiedlich die Abläufe in den verschiedenen Verlagen beim E-Publishing sind. Das zeigte sich auch in den sehr anregenden Diskussionen während unserer eigenen Session. Durch die gelungene Mischung der Runde aus Verlagsvertreterinnen und freien Lektorinnen und Lektoren kamen viele Aspekte zur Sprache, die uns bei den angekündigten „vorsichtigen Annäherungsversuchen“ freier Lektorinnen und Lektoren weiterhelfen werden. Mein Fazit aus dieser Runde ist, dass ich mich auf jeden Fall weiter mit XML befassen werde.
Schön fand ich zum Abschluss den Hinweis auf ein rundum gelungenes Lernprojekt, das optimal für verschiedene Medien umgesetzt wurde: Begleitend zum Känguru der Mathematik, dem Wettbewerb für Schüler und Schülerinnen, gibt es speziell konzipierte E-Books aus der HANSER eLibrary.

Abschließend besuchte ich die Session von Andrea Kock, Teamleiterin für den Bereich E-Book bei BoD, die über EPUB 3 in der Praxis berichtete. In den vorigen Sessions war bereits angeklungen, was sie nun bestätigte: EPUB 3 ist noch lange nicht der Weisheit letzter Schluss im E-Publishing. Es ist einigermaßen ernüchternd, wie unterschiedlich einige typische E-Book-Knackpunkte auf verschiedenen Lesegeräten dargestellt werden – schon bei reinem Text, von Bildern und Tabellen gar nicht zu reden. Kleinstaaterei der Lesegeräte und Formate, während die Webentwicklung schon einige Schritte weiter ist?

Viele Denkanstöße habe ich mitgenommen aus diesem insgesamt sehr gelungenen Tag in Hamburg, gelungen nicht zuletzt dank der guten Organisation. Vielen Dank!

eBookCamp 2012 eBookCamp 2012
Das Orga-Team und einige Sessionleiter. Fotos: © eBookCamp


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