Bei Weitem nicht

Das Schöne am Internet ist, dass man alles findet. Das Schlechte am Internet ist, dass man bei Weitem nicht nur Richtiges findet. Falsch ist zum Beispiel diese Information:

bei Weitem/weitem

Richtig ist, dass sowohl „bei weitem“ als auch „bei Weitem“ den aktuellen Rechtschreibregeln entspricht. Im Rechtschreibduden wird die Großschreibung empfohlen.

So weit, so gut. Einig sind wir uns hoffentlich darüber, dass zwei Wörter nötig sind. „Beiweitem“ zusammengeschrieben wird noch nicht einmal als Treffer von einer Suchmaschine ausgespuckt.

Für alle, die es genauer wissen wollen, verweise ich auf die amtlichen Rechtschreibregeln, die als PDF heruntergeladen werden können. In § 58 (3.1) heißt es da zu unserem Groß- und Kleinschreibungsproblem:

Kleinschreibung gilt bei bestimmten festen Verbindungen „aus Präposition und dekliniertem Adjektiv ohne vorangehenden
Artikel. In diesen Fällen ist jedoch auch die Großschreibung des Adjektivs zulässig, zum Beispiel: Aus der Brandruine stieg von neuem/Neuem Rauch auf. Wir konnten das Feuer nur von weitem/Weitem betrachten. Der Fahrplan bleibt bis auf weiteres/Weiteres in Kraft. Unsere Pressesprecherin gibt Ihnen ohne weiteres/Weiteres Auskunft. Der Termin stand seit längerem/Längerem fest. Die Aufgabe wird binnen kurzem/Kurzem erledigt.“

Eine Verbindung aus Präposition und dekliniertem Adjektiv ist auch bei weitem/bei Weitem. Ob man der Empfehlung zur Kleinschreibung laut Regelwerk folgt oder der Dudenempfehlung, ist also Ermessenssache, um es juristisch auszudrücken. Auf gut Deutsch: Alles halb so wild mit der Rechtschreibung. ;-)

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