Am Ende des Tages

Am Ende des Tages

Das Schöne an Sprache ist ihre Fähigkeit, sich zu wandeln, sich zu verändern, sich anzupassen. Was von einigen Sprachpuristen als Anglizismus verunglimpft wird, muss nicht zwangsläufig aus der deutschen Sprache verbannt werden. Über Geschmack lässt sich ebenso wenig streiten wie über stilistische Feinheiten.

Konkret geht es mit die Redewendung „am Ende des Tages“ über deren Verwendung im Deutschen schon viel Kluges und Erhellendes geschrieben wurde, zum Beispiel im Sprachlog..

Meinem Empfinden nach ist diese Wendung inzwischen weit verbreitet und längst nicht mehr auf deutsche Wirtschaftssprache beschränkt. „Am Ende des Tages“ würde nicht als „schließlich“ verstanden, sondern ganz wörtlich als Abend, so bemängeln einige Kritiker. Nun ja. Ich traue deutschsprachigen Menschen mehr zu und räume gerne ein, dass mir der Ausdruck „am Ende des Tages“ durchaus sympathisch ist – gerade weil er so anschulich ist.

Unsympathisch bleibt mir dagegen „sie haben einen guten Job gemacht“ als wortwörtliche Übersetzung für „they did a good job“. Da hat die deutsche Sprache Schöneres zu bieten, finde ich. Man muss nicht auch nicht zwangsläufig auf „Sie haben ihre Sache gut gemacht“ zurückgreifen, was womöglich herablassend klingt. Je nach Kontext lässt sich eine Formulierung finden, die Anerkennung ausdrückt.

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