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Ines Balcik, Sprachblog

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Zwitter

Der Unterschied zwischen grammatischem und natürlichem Geschlecht sorgt doch immer wieder für Verwirrung. Die Situation für das bedauernswerte Mädchen wird nicht besser, wenn man sich sprachlich nicht entscheiden kann (grammatisches Geschlecht: das Mädchen, das und dessen; natürliches Geschlecht: das Mädchen, die und deren) und beides mischt. Nennt man das Ergebnis einer Mischung aus neutral und feminin eigentlich auch Zwitter?
das und die


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Das ist ein sehr schönes Beispiel für ein allgemeines Prinzip: bei einem Konflikt zwischen grammatischem Genus und natürlichem Geschlecht kann man beobachten, dass ein Pronomen sich umso wahrscheinlicher auf das natürliche Geschlecht bezieht, desto weiter es von seinem Substantiv entfernt steht. Man hat den Eindruck, dass ein Bezug auf das natürliche Geschlecht für uns der Normalfall ist, der nur in der Nähe eines Substantivs mit abweichendem Genus kurzfristig überstimmt wird (das ist übrigens leider nicht auf meinem Mist gewachsen: Klaus-Michael Köpke von der Universität Münster hat es herausgefunden).


So steht das auch in den einschlägigen Nachschlagewerken. Mich verblüfft es dennoch, wenn dieser Wechsel innerhalb eines einzigen Satzes stattfindet. Vielleicht wirken bei mir die Reminiszenzen an die Grammatikregeln aus dem Lateinunterricht zu stark nach. ;-)



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Autoren: Ines Balcik, Klaus Röhe, Verena Wróbel; Redaktion: Corinna Löckle-Götz, Joachim Neubold, Arkadiusz Wróbel