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Ines Balcik, Sprachblog

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Von außen

Offensichtlich hat sich im Gefolge des Rechtschreibgezerres der letzten Jahre eine dritte Form der Rechtschreibung etabliert, die weder mit den alten noch mit den neuen Regeln übereinstimmt. So können Schreibweisen entstehen wie “von Außen”, obwohl doch nach alten und neuen Regeln die korrekte Schreibweise von außen ist.

Vielleicht schreibt das jemand falsch, der mal gehört hat, dass Präpositionen bei neuer Rechtschreibung auf Großschreibung hindeuten. Im Prinzip stimmt das ja, aber eben nicht in diesem speziellen Fall. Rechtschreibung ist nun einmal langweilig und unlogisch, aber nicht überflüssig: Ohne Spielregeln geht es nicht, beim Schreiben genauso wenig wie im übrigen Leben. Fantasie alleine ist ein ebenso schlechter Ratgeber wie die Rechtschreibprüfung in Word, die “von Außen” unbeanstandet passieren lässt.


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Das Problem mit diesem Gezerre ist die inzwischen wohl anerkannte Tatsache, dass es Tausende verschiedene dritte Schreibungen gibt, und dies ist eine direkte Konsequenz der letzten Jahre. Heute ist sich kaum noch jemand sicher, selbst die, die früher meinten, ihre Rechtschreibung sei gar nicht schlecht. Und ich kenne sogar zwei Personen, die für sich ganz offiziell beschlossen haben, ich schreibe jetzt so und so, weder alt noch neu, wissend, dass es nicht regelkonform sein wird. Diese Haltung gab es früher nicht. Früher wusste man, dass es falsch war, man konnte nur nicht besser.

Zusammenfassend muss man wohl sagen, dass der Aktivismus dieser Reform, sei sie nun überflüssig oder nicht, dazu geführt hat, dass die alte Rechtschreibung nun für abgeschafft gilt, ohne dass eine neue dafür tatsächlich massenwirksam geworden wäre.


Ja, das ist genau das Problem. Nach dem Motto: Wir haben ja sonst keine Probleme, also gibt es ein Reförmchen, das nur einen Bruchteil des Wortschatzes betrifft, aber für kräftigen Wirbel sorgt.
Nach wie vor wünschte ich mir eine echte, also grundlegende Rechtschreibreform.



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Autoren: Ines Balcik, Klaus Röhe, Verena Wróbel; Redaktion: Corinna Löckle-Götz, Joachim Neubold, Arkadiusz Wróbel