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Ines Balcik, Sprachblog

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Sprache und Geschlecht

Mein sorgfältig ausgearbeiteter Eintrag von heute Morgen ist ein Opfer der vorweihnachtlichen Hektik geworden und auf Nimmerwiedersehen verschwunden. Noch ein Versuch, einen kleinen Kontrapunkt zum Stress zu setzen:

Grammatisches Geschlecht und natürliches Geschlecht passen in der deutschen Sprache nicht immer zusammen, wie schon Mark Twain anmerkte. Vielleicht wäre er beruhigt, wenn er wüsste, dass das natürliche Geschlecht stillschweigend auf dem Vormarsch ist.

Weniger stillschweigend geht es beim Thema geschlechterneutrale Sprache zu. Ob und wie weibliche und männliche Form genannt werden sollen, wenn Frauen und Männer gemeint sind, an dieser Frage scheiden sich die Geister. Warum wird das so dogmatisch gesehen? Ich plädiere für einen gelassenen, aber achtsamen Umgang mit unserer Sprache und mit uns selbst. 

Ob die folgenen Zeilen aus dem Talmud oder von Konfuzius stammen, weiß ich nicht, aber sie erläutern recht gut das, was ich meine:

Achte auf deine Gedanken, denn sie werden zu Worten.
Achte auf deine Worte, denn sie werden zu Handlungen.
Achte auf deine Handlungen, denn sie werden zu Gewohnheiten.
Achte auf deine Gewohnheiten, denn sie werden zu deinem Charakter.
Achte auf deinen Charakter, denn er wird zu deinem Schicksal.


Kommentare: (per RSS abonnieren)

Sprache ist sowas, worüber (und womit natürlich) man stundenlang diskutieren kann… was wie am besten gesagt wird…

Manchmal wird über das “wie” ganz das “was” vernachlässigt bei der geschlechtsneutralen Sprache… wenn z. B soviel über “XxxxInnen” und andere Endungen geachtet wird.

Manchmal werden sogar recht negative Gefühle über Leute, die einfach die üblichen “offiziell gebräuchlichen” Bezeichnungen verwenden, ausgeschüttet, man sei dann gleich was immer…  erstaunlich, was so eine Endung anrichten kann *kopfkratz*

Ich glaube, daß oft die, die sich so erhitzen über die neutrale bzw. beides erfassende Sprache, Probleme mit dem “er/sie”-Gefühl haben.. wenn so etwas sooo wichtig ist für sie, andererseits gibt es erfreulicherweise auchlockeren Umgang damit..

Mein Vorschlag: für alles dies, worüber sich die Geister auzfheizen, einfach das “Es”  und eine neu erfundene neutrale Endung verwenden…  *kicher*

Aber das wär dann sicherlich ein ungewöhnlicher Anblick…  und wieder ein Riesenkitzel für den Diskussionsnerv! ;)

Herzliche Grüße,

Monika


“Es”, das wäre was. ;-) Im Plural heißt’s ja jetzt schon immer “die” (die Männer z. B.), das ist auch schon eine gute Richtung. ;-)



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