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Sinn
Kann ein Muttersprachler unabsichtlich einen ungrammatischen Satz bilden? Diese Frage aus den Kommentaren spukt mir noch im Kopf herum. Was jemand als richtig oder falsch empfindet, hängt sicher nicht nur davon ab, ob jemand Muttersprachler ist, sondern auch von regionaler Herkunft, Bildung, Länge der Haare und was auch immer.
Sätze zu bilden, die der Grammatik entsprechen, reicht allein zur sprachlichen Verständigung nicht aus. Ein bisschen Sprachgefühl gehört auch dazu. Schon während meiner Schulzeit kam es mir so vor, als würde Sprache immer komplizierter, je mehr man über sie nachdenkt. Ein bisschen Vertrauen in unsere sprachliche Intuition kann nicht schaden.
So, das war der Vorspann zu folgendem Satz, den ich in einer Zeitung gelesen habe: “xy hat keinen Sinn für die Nabelschau der Girlie-Generation und nimmt Abschied vom Profisport.”
Ist der Satz aus grammatischer oder muttersprachlicher Sicht falsch? Nein. Ich bin dennoch darüber gestolpert, weil ich in diesem Satz die Konstruktion “Sinn haben für” als holprig empfinde.
Sinn in der Sprache ist überhaupt ein Thema für sich. “Das macht Sinn” wurde neulich in einer Liste gleich mehrfach als Ausdruck genannt, der als stilistisch weniger schön empfunden wurde, gleichzeitig wurde aber in anderen Listenmails zu anderen Themen dieser Ausdrück ziemlich häufig verwendet. Dass mir das überhaupt auffiel, hat sicher mit selektiver Wahrnehmung zu tun, dass aber Wunsch und Wirklichkeit bei “das macht Sinn” vs. “das ist sinnvoll” so weit auseinanderklaffen, hat mich dann doch erstaunt.
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