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Schreibfehler
Auch wenn ich im Sprachblog öfter mal Schreibfehler aufs Korn nehme, weiß ich natürlich sehr genau, dass auch ich Fehler mache – ich bin ein Mensch und keine Maschine. Das hat durchaus Vorteile, denn als menschlicher Leser versteht man in der Regel einen Text auch dann, wenn er einen oder mehrere Fehler enthält, und dabei denke ich gar nicht an diese ominöse Studie.
Mir wurde das gerade wieder bewusst, als mir eine E-Mail-Adresse durch ein Kontaktformular übermittelt wurde. Ich schickte eine Antwort an die angebene Adresse und wunderte mich, dass die E-Mail nicht zugestellt werden konnte. Da die Mailadresse keine kryptischen Kürzel, sondern das alltägliche Wort Straße enthielt, schien sie mir völlig richtig zu sein. Erst beim ganz genauen Hinsehen fiel mir auf, dass in der Adresse ein winziger Buchstabe fehlte: ...stasse@...de. Beim Lesen hatte ich ganz automatisch den fehlenden Buchstaben ergänzt.
Als menschliche Leser gleichen wir Text offenbar automatisch mit unserem ganz persönlichen Sprachschatz ab. So erkläre ich mir, warum mein Geburtsname auch nach mehrmaligem Buchstabieren grundsätzlich falsch geschrieben wurde, während mein jetziger Nachname, der alles andere als deutsch ist, in der Regel schon nach dem ersten Buchstabieren richtig geschrieben wird: Der Geburtsname konnte so leicht mit einem anderen typisch deutschen Namen verwechselt werden, dass niemand genau zuhörte und einfach das schrieb, was ihm bekannt war. Der jetzige Name klingt so fremd, dass beim Buchstaben tatsächlich auf jeden einzelnen Buchstaben geachtet wird und nicht auf das Wort als Einheit.
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Nun fragt sich der interessierte Leser natürlich: Wie heiß Ines Balcik früher?
Ich verrate nur den falschen Namen: Schubert. ;-)
Wissenschaftlich untermauert wird das T9-Phänomen (das Gehirn macht Wortvorschläge) jetzt auch.