« « Eklige Egel
Sparen » »
Rechtschreibung
Rechtschreibung scheint immer wieder ein Thema fürs Sommerloch zu sein, obwohl sie doch längst abgehakt sein sollte. Die Aufregung habe sich nach zehn Jahren Reform gelegt, meint RP online, aber die teils erstaunlich emotionalen Reaktionen auf eine Meldung, dass Schüler angeblich nach der Reform mehr Fehler machen als früher, zeigen ein anderes Bild.
Rechtschreibung bleibt für mich ein Hilfsmittel, das die schriftliche Kommunikation erleichtert, nicht mehr und nicht weniger. Wir halten uns auch in anderen Bereichen an Spielregeln, als solche sehe ich die Rechtschreibregeln. Dass Regeln nicht immer optimal sind und von Zeit zu Zeit überarbeitet werden sollten, ist eigentlich kaum der Rede wert.
Ich habe die Studie, über die im Bremer Sprachblog diskutiert wird, nicht gelesen. Aber ich habe ganz persönliche Erfahrungen mit der Reform aus Schülersicht.
Denn mein ältester Sohn, der 1995 eingeschult wurde, lernte schon in der ersten Klasse die neuen Regeln (sofern die in der ersten Klasse überhaupt eine Rolle spielen). Er hatte eine sehr engagierte Klassenlehrerin. In der Folge und mit zwei weiteren schulpflichtigen Söhnen hat sich gezeigt, dass vielen Lehrern die Umstellung schwerfiel – weniger den Schülern, die die alte Rechtschreibung nur in den alten Schulbüchern sahen. Ich bin mir aber ziemlich sicher, dass sie dadurch kein Trauma erlitten haben.
Mein völlig subjektiver Eindruck ist übrigens ebenfalls, dass Schüler heute mehr Fehler machen als früher. Aber da meine Schulzeit in den 70er Jahren lag und die meiner Kinder 1995 begann, kann ich auch ohne Studie vergleichen: In meiner Schulzeit wurde viel mehr Wert auf die Rechtschreibung gelegt. Heute werden die Kinder vor allem dazu ermuntert, sich beim Schreiben auf Inhaltliches zu konzentrieren. Und da viele Nachbarskinder zu mir kamen, als sie in der 6. Klasse waren, um sich den Unterschied zwischen Wortarten und Satzgliedern erklären zu lassen, vermute ich, dass Grammatik in der Schule häufig nur unzureichend vermittelt wird. Kein Wunder, dass dann auch die Rechtschreibfähigkeit leidet.
Im Übrigen bin ich gar nicht traurig, dass Rechtschreibung nicht allseits beliebt ist – schließlich lebe ich davon, mich ziemlich gut mit ihr auszukennen.
Kommentare: (per RSS abonnieren)








Es gibt noch keine Kommentare zu diesem Eintrag.