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Ines Balcik, Sprachblog

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Grußformel und Komma

Vor zwei Jahren habe ich bereits moniert, dass nach der abschließenden Grußformel in Briefen immer häufiger ein (absolut überflüssiges) Komma gesetzt wird. Heute muss ich mich korrigieren: Nicht in Briefen fällt mir dieses Komma zunehmend auf, sondern vor allem in E-Mails (Grüße, Emil). Vermutlich ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis dieses Komma auch offiziell abgesegnet wird.


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Aber ...

  Sehr geehrte Frau Balcik,

... ist mit Komma richtig, oder? Am Ende ist es natürlich Quatsch.


Klar, hinter die einleitende Anrede gehört ein Komma. Dass die sehr förmliche Anrede “Sehr geehrte ...” auf dem Rückzug ist, bedaure ich nicht.


Abgesehen, daß meiner unmaßgeblichen Meinung nach hinter das “Sehr geehrte Damen und Herren” ein Ausrufungszeichen gehört (und der Text danach mit einem großgeschriebenen Satzanfang weitergeht), ist die Verlockung, nach der Grußformel ein Komma zu setzen, natürlich da besonders groß, wo man aus Platzersparnis keine eigene Zeile dafür verwenden will.

Wenn ich eine Mail einfach mit “Grüße, M.” abschließe, mache ich auch ein Komma. Es sieht sehr komisch aus ohne.

Gibt es eine Alternative? (Ich meine, außer das “M.” zwei Zeilen tiefer zu setzen?)

In Erwartung Ihrer aller geschätzten Antworten verbleibe ich

buntklicker.de (Martin Ibert)

:)


Sehr geehrter Herr M.!

Sparen ist eine feine Sache, aber bitte sparen Sie nicht am falschen Platz.

Soweit ich informiert bin, kosten zusätzliche Zeilen in einer E-Mail kein Geld.
Wie immer im Leben gibt es selbstverständlich auch für Ihr Problem Alternativen: Setzen Sie Ihren Namen eine Zeile tiefer, nicht zwei.

Was komisch aussieht oder nicht, ist Geschmackssache. Keine Geschmackssache ist Höflichkeit dem Mailempfänger gegenüber. Und der kann nun einmal in Zeilen und Absätze gegliederte Mails besser lesen als einen unübersichtlichen Textwust.

Hochachtungsvoll
I.
;-)))


Hilfe!
Selbst in der Mail einer vor mir sehr geschätzten Lektoratskollegin lese ich gerade:
“Viele Grüße,
xy”


Das mit dem Komma höre ich (lese) zum ersten mal :D

Wer macht den sowas ?!


Sehr geehrte Leser,

ich habe gelernt, dass ein Satz mit Punkt endet.

Außer hinter dem abschließendem Namenszeichen.

Der Grußformel folgt das Namenszeichen,
aber der Text der Grußformel ist ein Satz.

In Mails werden häufig Grußformel und Namenszeichen in einer Zeile geschrieben.

“Herzliche Grüße, Hermann”

oder “Gruß, Hermann”

oder eben zweizeilig

“Gruß,
Hermann”

Wenn man heute so schreibt wie man spricht, dann gehört da ein Komma hin, wie ich finde.
Ich kenne das nur so. Steht bei mir so in tausenden Mails drin, die ich erhalten habe.

Etwas anderes ist es wohl, wenn man Leerzeilen läßt.
Aber im Mails spart man das, und dann liegt das Komma nahe.

Gruß,
Mailman :-)


Apropos, “so schreibt wie man spricht”, damit meine ich:
(Beispiel)
In “dass” ist das “a” kurzgesprochen, also wird das folgende als doppel-s geschrieben.
Im Gegensatz zu “Straße”.
Usw.

Davon läßt sich doch die letzte Rechschreibreform leiten.

Also warum nicht ein Komma hinter der Grußformel?

Gruß,
Mailman


Gegenfrage: Wie spricht man denn ein Komma? ;-)



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Autoren: Jürgen Folz, Klaus Röhe, Ines Balcik; Redaktion: Corinna Löckle-Götz, Joachim Neubold, Arkadiusz Wróbel