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Ines Balcik, Sprachblog

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Gastarbeiter der Sprache

Dem Umgang mit Fremdwörtern in der deutschen Sprache ging vor einigen Wochen ein Beitrag in SWR2 Essay nach. Der komplette Beitrag lässt sich hier für den persönlichen Gebrauch zum Lesen herunterladen (via Literatur-Café).

Der “Magen der Sprache [ist] groß und stark genug, um die genießbaren Anteile zu verdauen und die überflüssigen auszuscheiden”, so heißt es am Ende des Beitrags. Da typisch deutsche Gerichte wie Schweinshaxen auch eher schwer verdaulich sind, wundert es nicht, dass dieser Vorgang eine Weile dauern kann. Aber irgendwann einmal schaffen es manche Wörter, so einverleibt zu werden, dass sie gar nicht mehr als Fremdwörter wahrgenommen werden. Die Teilnehmer meiner Rechtschreibkurse zumindest sind meist ganz überrascht, wenn ich ihnen erzähle, dass zum Beispiel das kuschelige und ziemlich deutsch aussehende Wort Plüsch geradewegs aus dem Französischen kommt.

Der Verdauungsvorgang kann dauern, aber er ist unvermeidlich. Vielleicht kann uns das ja hoffen lassen für den Umgang mit den Gastarbeitern, aus denen Migranten wurden. Bitte keine Missverständnisse: Nicht die Gastarbeiter sollen ausgeschieden werden, sondern unsere Ablehnung des Fremden.


Kommentare: (per RSS abonnieren)

Danke für diesen interessanten Hinweis, das ist ja reichlich Stoff zum Nachdenken! Merkwürdig finde ich immer wieder den Begriff “Fremdwort”, in dem die Ablehnung quasi gleich mit drin steckt. Ähnliche Begriffe gibt es ja auch in anderen Sprachen, z.B. Spanisch “extranjerismo”, Französisch “mot étranger” oder das (seltene) englische “foreign word”. Wie sagte doch Yeats so schön: „Hier gibt es keine Fremden; nur Freunde, die du noch nicht kennengelernt hast”...



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