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Post vom Kultusministerium » »
Drunter und drüber
Umgangssprachlich haben sich Kurzformen wie drauf, drunter, drüber längst durchgesetzt. Auch geschrieben werden sie immer öfter. Warum auch nicht, schließlich wirkt gesprochene Sprache lebendiger als gestelztes Umstandsdeutsch. Aber auch für meinen Geschmack gibt es Grenzen für lebendige Schriftsprache.
Zum Draufwarten mag nach Rechtschreibregeln gar nicht so verkehrt sein. Stilistisch ist es ein Graus, übertroffen aber noch von diesem Zeitungsfund: “Meine Tochter brachte zuletzt ein Zettelchen von der Schule mit nach Hause, da stand rauf ...”, in der gesprochenen Variante verbreitet als “da stand drauf”.
Die Zerpflückung von mit da zusammengesetzten Pronominaladverbien ist ebenso beliebt wie falsch. Laut Duden sind Formen wie “Da kann ich nichts für” vor allem in Norddeutschland verbreitet. Ich fürchte, dass längst ein Export Richtung Süden stattgefunden hat, denn solche Formen begegnen mir täglich, und ich wohne nicht in Norddeutschland.
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Ich will sie nicht für alle Missstände unserer Sprache verantwortlich machen, aber ist daran nicht auch zum Teil die Mc-Donald’s-.Werbeabteilung schuld? Ich meine “Zum Hieressen oder zum Mitnehmen?”—Das regt zum Nachahmen an.
Zum Mitnehmen ist kein Problem, zum Hieressen ist nach den Rechtschreibregeln richtig, sieht aber ziemlich merkwürdig aus. ;-)