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Ines Balcik, Sprachblog

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Die Eckeseyer Verlaufsform

Mein erster Englischlehrer in einer westfälischen Kleinstadt brachte uns nicht nur das Present Continuous nahe (meine Kinder lernen es heute als Present Progressive). Er wurde auch nicht müde, die Eckeseyer Verlaufsform anzuprangern, die viele seiner Schüler im Deutschen so gerne verwendeten.

Auch der Zwiebelfisch (Artikel kostenpflichtig) hat sich dieser nach wie vor beliebten, aber wenig eleganten sprachlichen Erscheinung längst angenommen.

Ich kann dem nur hinzufügen: Was immer ihr sagt, bitte schreibt nicht “am Arbeiten”.
Die auch schriftsprachlich übliche Verlaufsform wird mit beim oder im gebildet: beim Arbeiten, im Weggehen.
In jedem Fall schreibt aber bitte mit großem Anfangsbuchstaben beim substantivierten Verb.


Kommentare: (per RSS abonnieren)

Das mag ja alles schön und richtig sein, wenn es sich um Texte handelt, die einer wie auch immer gearteten Norm zu entsprechen haben wie Schriftsätze, Handbücher u.dgl. Wenn aber geschrieben werden darf wie einem die, ähem, Griffel gewachsen sind, dann widerspreche der Unterstellung, “Ich bin am Schreiben” befinde sich auf dem selben Unter-Null-Niveau wie etwa die Apostrophitis.

Übrigens benutze ich diese Verlaufsform im Schriftlichen erst, seit ich viel mit Englisch und besonders mit den schicken Verbalperiphrasen der romanischen Sprachen zu tun habe. Ja, ja, ja, das Deutsche arbeitet eher mit Partikeln (“ich schreibe gerade”), aber wenn die deutschen Dialekte mir auch noch “Modi” wie die Eckeseyer Verlaufsform zur Verfügung stellen, find’ ich das dufte und elegant und mach’ gern davon Gebrauch;-)



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