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Ines Balcik, Sprachblog

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Bewerbungsunterlagen

Über Rechtschreibregeln mag sich beschweren, wer will. Dass ihre Befolgung in Bewerbungsschreiben recht nützlich ist, habe ich bisher als allgemein bekannt vorausgesetzt.

Ich weiß also nicht, welche Ziele die Dame verfolgt, die sich für einen Bürojob mit der Betreffzeile “Bewerbungs unterlagen” bewirbt. Gelesen habe ich ihre Bewerbung zwar, weil derartige Rechtschreibfehler meine Neugier wecken. Aber ob jemand eine solche Mitarbeiterin einstellen wird?

Um einen Ausrutscher handelt es sich nämlich nicht, denn fehlerhaft geht das Schreiben weiter: “Bitte um telefonische Nachricht für ein vorstellungs Termin.”

Ich habe Verständnis für alle, die sich mit 1000 Dingen lieber beschäftigen als mit Rechtschreibregeln. Niemand muss alles beherrschen. Aber wer weiß, dass Rechtschreibung nicht seine Stärke ist, könnte doch wenigstens auf Hilfe zurückgreifen.
Wer das nicht tut, gehört vielleicht zu denjenigen, die sich von einer Spammail mit dem Betreff “Bitte Geld Abholen !!” verlocken lassen.


Kommentare: (per RSS abonnieren)

Nach vermutlich rund 2000 gelesenen Bewerbungen könnte ich ein gaaaaaanz dickes Buch schreiben über die witzig-tragischen Rechtschreibfehler in Bewerbungen. Ich begreife bis heute nicht, wieso jemand, die/der da nicht sattelfest ist, seine/ihre Unterlagen nicht von jemandem Korrektur lesen (ääähm korrekturlesen?) lässt!?


Hm. Das klingt erst mal nach einer Kompositumlegasthenie. Sorry ... ich meinte natürlich eine kompositum Legasthenie.


@Marcel Widmer: Fragen Sie mal einen ALG2 Empfänger, ob er das nötige “Kleingeld” hat sich professionelle Hilfe zu suchen.


@Thomas
Ich habe den Eindruck, Sie wollen Sie mir irgendetwas unterstellen. Habe ich irgendetwas von professioneller Hilfe erwähnt? Einen Freund, eine Nachbarin oder sonst irgendwen hat JEDE(R), die/der bei der Korrektur helfen kann.


@Marcel Widmer: Woher wissen Sie das dann? Ich unterstelle jetzt auch mal was: Da Sie sich hier im Sprachblog herumtreiben, sind Sie wahrscheinlich nicht gerade ein Mitglied der berühmt-berüchtigten “bildungsfernen Schichten”. Wie können Sie denn Aussagen über “JEDE(n)” treffen? Ich unterhalte mich öfter mit einer Berufsschullehrerin über die Lebensverhältnisse ihrer Schüler, die könnte auch Sie da eines Besseren belehren.

(Nix für ungut, dieser Blog macht mich irgendwie besserwisserisch ;-))


@mickimicki

1) Man bemühe jetzt bitte nicht die Statistiker und/oder Sozialwissenschafter, aber ich bleibe dabei: “irgendwen hat JEDE(R), der helfen kann”.
Im genannten Beispiel mit den Schülern wäre das ... genau: die Berufsschullehrerin!

2) “Da Sie sich hier im Sprachblog herumtreiben”: ich treibe mich hier nicht rum, ich lese die interessanten Beiträge hier :-)

3) Noch eine Frage: Können Sie sich vorstellen, dass einer, der nicht [Zitat] ‘Mitglied der berühmt-berüchtigten “bildungsfernen Schichten”’ [Zitat Ende] wäre oder ist,
ganz grundsätzlich Respekt vor Menschen hat - ganz unabhängig von ihrer Bildung, ihrem Status oder was auch immer? Oder würde das Ihr Weltbild zu stark durcheinander bringen?

4) Falls Sie aus meinem Hinweis auf die rund 2000 Bewerbungen und die witzig-tragischen Fehler schliessen sollten, dass ich mich über “bildungsferne” (Ihr Ausdruck!) lustig mache: ich habe einige Jahre Führungskräfte rekrutiert; und DORT über die teilweise tragischen Bewerbungsunerlagen gestaunt! (Übrigens: wenn Sie diesen falschen und voreiligen Schluss ziehen würden: das würde der Psychologe dann als Übertragung bezeichnen ;-) )

So - jetzt haben wir aber genug die Klingen gekreuzt! ;-)


Na warte…
*grins*
1. Solange die betreffenden Kandidaten noch Schüler sind, sicher gerne.

2. Wortklauberei… gut, Punkt gegeben…

3. Wie sie da jetzt auf mein Weltbild schließen, weiß ich nicht… zur Info: Wenn ich so viele Übersetzerstunden bezahlt bekäme, wie ich für Freunde from all walks of life gratis Texte produziere/korrigiere, dann würde ich evtl. sogar ein Schweizer Bankkonto in Erwägung ziehen;-D

4. Über - ich sag’ jetzt einfach mal: Dummheit in - ich sag’ jetzt einfach mal: gehobener Position oder gesellschaftlicher Stellung… ich glaube da sind wir uns einig…


wenn ich mich mal selektiv einmischen darf:

*snip*
“irgendwen hat JEDE(R), der helfen kann”.
Im genannten Beispiel mit den Schülern wäre das ... genau: die Berufsschullehrerin!
*snap*

ich bin berufsschullehrer. je übler die rechtschreibkompetenz, desto unwahrscheinlicher, dass einer zu mir kommt und mich darum bittet, seine bewerbung mal anzuschauen.

ich befürchte, das liegt daran, dass die wirklich bildungsfernen schichten ihre rechtschreibfehler einfach nicht bemerken.  und sie rechtschreibung überhaupt nicht so relevant finden.


OK, nächste Runde ... *auchgrins*

1) Der ehemaligen Lehrerin vielleicht wieder mal einen Besuch abstatten? Hmmmm ... prima Idee!

2) :-)

3) Ich habe nicht geschlossen, sondern gefragt ;-)

4) Meine These: der prozentuale Anteil der Dummies ist in JEDER Gruppierung in etwa der selbe.

So ... jetzt sind wir wieder “artig” - sonst fliegen wir hier als Leser noch raus! Schönes Wochenende!


@ Lehrerfreund
“dass die wirklich bildungsfernen schichten ihre rechtschreibfehler einfach nicht bemerken.”
Bemerken ist das eine. Aber WISSEN die Betreffenden es auch nicht? Das würde doch genügen, um andere zu bitten, “mal drüber zu schauen”?

“und sie rechtschreibung überhaupt nicht so relevant finden.” Aha, das könnte keine Erklärung sein: sie WISSEN es zwar, aber es kümmert sie nicht. Hmmm - erstaunlich!


[Ich wusste ja, dass es mich irgendwann auch treffen wird mit den Tippfehlern:
Es sollte natürlich “Aha, das könnte eine Erklärung ...” und nicht “... keine Erklärung… ” heissen!]


ich würde eher sagen: sie *vermuten*, dass rechtschreibfehler drin sind. aber es ist ihnen scheißegal. was in vielen bewerbungsfällen ja auch nicht unbedingt ein vergehen ist ..



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