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Ines Balcik, Sprachblog

IB-Klartext: Werbe- und Wirtschaftslektorat ° Korrektorat ° Redaktion

Alles gut?

Nach dem Wort des Jahres (2012: Rettungsroutine) und dem Unwort des Jahres (2012: Opfer-Abo) fehlt noch eine Phrase des Jahres. (Mein unmaßgeblicher Vorschlag: Alles gut.)

Immerhin gibt es bereits seit einigen Jahren die weniger bekannte Aktion Satz des Jahres. Der Satz des Jahres 2012 heißt: „Mir fehlte das Fingerspitzengefühl.“ Mehr Fingerspitzengefühl und weniger Aufgeregtheit wünschte ich mir auch in der aktuellen Diskussion um die Sprache in Kinderbüchern.

Grafik
Foto: © Stephanie Hofschlaeger / pixelio.de

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Nachsicht zum Sonderpreis

Zum Jahresende möchte ich mich einmal mehr in der Kunst des Wahrsagens üben und einen Blick in die sprachliche Kristallkugel werfen. Längst haben sich lautstark die Schwarzmaler der Sprachapokalypse zu Wort gemeldet.
Höchste Zeit also für etwas weiße Magie!

Sprachkugel
Foto: © Stephanie Hofschlaeger / pixelio.de

Gerade will ich schon wieder „en“ zu den Buchstaben des nächsten Jahres erklären, da sehe ich, dass ich längst überholt wurde. Der Sprachbloggeur empfahl schon vor Tagen „es“ (Hier spricht das liebe Gott).

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Bunter Textreigen

Zum zweiten Mal gab es eine Blogwichtelaktion im Texttreff, dem Netzwerk wortstarker Frauen. Wichtel gelten als gutmütige und hilfsbereite Hausgeister. In ihrer modernen Form als Blogwichtel erweisen sie sich als freundliche Bloggerinnen, die in der Vorweihnachtszeit andere Bloggerinnen mit einem Blogbeitrag beschenken.

Blogwichteln

Im Sprachblog schrieb in diesem Jahr Katrin Zinoun einen Gastbeitrag zu Infografiken, letztes Jahr berichteten Daniela Dreuth (Thüringer Weihnachtsgebäck) und Elke Hesse (Münchner Weißwürscht) über regionale Sprachspezialitäten.

Auch 2012 ist die thematische Bandbreite der Wichtelbeiträge sehr groß. Im TT-Blog werden alle Beiträge in der Reihenfolge ihres Erscheinens angekündigt. Eine nach den Gastgeberblogs sortierte Übersicht über alle Beiträge des Blogwichtelns 2012 findet sich hier.
Viel Spaß beim Lesen!

Die Welt verstehen mit Infografiken

Ein Gastbeitrag von Katrin Zinoun, Dialogtexte

„Ein Bild sagt mehr als tausend Worte“, so sagt man. Das trifft allerdings nur dann zu, wenn das Bild auch gut ist. Die um sich greifende Infografikflut versorgt uns zurzeit mit ausreichend Bildern, die uns das Verstehen der jeweils behandelten Themen erleichtern soll.
Leichteres Verstehen wird allerdings oft nicht erreicht. Eine Zusammenstellung von verschiedenen bunten Schriftarten in Größe 8 und vielerlei Bildchen in einem Wirrwarr an Fakten unterstützt das Verständnis nicht gerade. Das Kreisdiagramm in dieser Grafik (untere Hälfte) ist beispielsweise so unübersichtlich, dass man aus einer einfachen Tabelle die Ergebnisse leichter ablesen könnte.
Dennoch sind Infografiken auf allen Bildschirmen. Sie funktionieren auch nur auf Bildschirmen. Denn wer sollte diese schmalen, aber ziemlich hohen Formate ausdrucken? Es ist für mich nicht nachvollziehbar, warum man sie in so einem – dem Bildschirm völlig entgegengesetzten – Format anfertigt.

Von Schaubildern zu interaktiven Datenvisualisierungen

Visualisierung von Informationen hat es schon immer gegeben. Großformatige Schaubilder wurden in Schulen in Form von Wandkarten zur Erklärung von komplizierten technischen Vorgängen benutzt:

Haustelefon
Elektrisches Läutewerk – Haustelegraph, Schulwandbild aus den 1930er Jahren. Quelle: Saarländisches Schulmuseum. Veröffentlicht mit Genehmigung.

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eBookCamp 2012

eBookCamp 2012
eBookCamp November 2012 im Betahaus Hamburg. Foto: © eBookCamp

Bereits zum zweiten Mal trafen sich E-Publishing-Enthusiasten zum Austausch in Hamburg. Zum ersten Mal war auch ich dabei – mit Glück, denn die 70 Plätze waren bereits am ersten Anmeldungstag vergeben. Neun Sessions wurden im Vorfeld ausgewählt und versprachen die Qual der Wahl, denn jeweils drei Sessions lagen parallel.

Zunächst ließ ich mich von Carsten Schwab, Herstellungsleiter bei HOFFMANN UND CAMPE, ins „Wesen der Schrift und ihrer ästhetischen Wechselwirkung mit dem Trägermedium“ entführen. Aufschlussreich fand ich vor allem, daran erinnert zu werden, dass Menschen nicht immer Bücher gedruckt haben. Schriftrollen zum Beispiel gab es schon vor lange vor dem Buchdruck. Da mutet es paradox an, wenn das Scrollen eines E-Book-Textes bei iBooks 3.0 als „fast schon revolutionär“ angekündigt wird. Interessant ist also, wie sehr sich E-Books und Lesegeräte immer noch an traditionellen Buch- und Lesegewohnheiten orientieren – die Gründe dafür mögen auf der Hand liegen bei dem immer noch minimalen Anteil der E-Books am Buchmarkt. Ich erinnere mich dunkel, wie in den Urzeiten des Internets, also vor etwa 15 Jahren, über neue Möglichkeiten des Erzählens spekuliert wurde, die letztlich doch auf sich warten ließen.

Weiter ging es mit unserer eigenen Session:

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Potenzial
Die Rechtschreibreform hat in den letzten Jahren für sehr viel Wirbel gesorgt. Dabei geht es doch nur um Buchstaben, die so aneinandergereiht werden, dass auch andere lesen und verstehen können, was wir beim Schreiben ausdrücken wollen.
Oft haben wir sogar die sprichwörtliche Qual der Wahl, weil zwei Schreibweisen richtig sind.

Welches Wort gefällt Ihnen besser?
Richtig sind sowohl Potenzial mit z als auch Potential mit t. Ich empfehle Ihnen die neuere Schreibweise mit z.

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