von Tee-nagern und Teen-agern
Aus der Fernsehzeitung:
“Doch anstatt des erwarteten Tee-
nagers steht eine junge und attraktive Frau vor Heinrichs Tür (...)”
Merke: Manchmal ist es sinnvoller, Wörtern nach ihren Bestandteilen zu trennen als nach ihren Sprechsilben. Aber vielleicht hat Heinrich tatsächlich einen Tee-Nager erwartet?
dem - den (2)
Appositionen (Beifügungen) werden oft nicht richtig angeschlossen. In welchem Fall eine Apposition stehen muss, ist eine Frage der richtigen Kongruenz(Übereinstimmung).
Was genau ist eine Apposition?
Eine Apposition steht hinter dem Hauptwort-Satzglied, auf das sie sich bezieht. Sie gibt eine nähere Erklärung zu diesem Satzglied.
Beispiel:
Mein Freund, der Sohn unserer Nachbarn, besucht mich heute.
“Der Sohn unserer Nachbarn” ist eine Apposition zu “Mein Freund”.
Beide stehen im 1. Fall, im Nominativ. Frage: Wer besucht micht heute?
Denken Sie bitte daran, dass die Apposition grundsätzlich denselben Fall haben muss wie ihr Bezugswort:
Max besucht Moritz, seinen besten Freund.
Apposition und Bezugswort stehen im 4. Fall: Wen besucht Max?
Zu dieser Regelung gibt es, wie könnte es in der deutschen Sprache anders sein, auch eine Ausnahme. Die Ausnahme und die genauen Kommaregeln für Appositionen können Sie ausführlich in der Pons-Grammatik nachlesen.
Deutsche Rechtschreibung
... war schon vor mehr als zweihundert Jahren ein Thema, das die Gemüter erhitzte.
Weihnachtsgrüße schreiben
Wie schreib ich’s meinen Kunden? (2)
Abgesehen davon, dass Weihnachtsgrüße zum Dezember gehören wie die die Kerzen zum Weihnachtsbaum, bieten sie eine sehr gute Herausforderung für einen offiziellen Brief, der sich nicht mit leeren Floskeln begnügen will.
Vielleicht haben Sie schon etwas von der AIDA-Formel gehört. Sie stammt aus dem Bereich der Werbung und ist nicht neu, lässt sich aber auch für geschäftliche Weihnachtswünsche wunderbar anwenden.
Die Buchstaben AIDA stehen für:
A = Attention (Aufmerksamkeit)
I = Interest (Interesse)
D = Desire (Wunsch)
A = Action (Aktion)
Für unsere Weihnachtsgrüße an Geschäftspartner bedeutet das Folgendes:
Attention: Ihr erster Satz muss die Aufmerksamkeit des Empfängers wecken und ihn zum Weiterlesen anregen. Ein Brief, der etwa so beginnt: “Wie jedes Jahr um diese Zeit ...” verleitet eher zum Gähnen.
Interest: Befriedigen Sie die Neugier, die Sie mit dem Einleitungssatz geweckt haben.
Desire: Bedeutet bei Werbung den Wunsch, den beworbenen Gegenstand zu erwerben. Bei Geschäftsbriefen geht es um die jeweiligen Angebote, Bewerbungen, Reservierungen, Termine, Reklamationen u.a., die akzeptiert werden sollen.
Action: Veranlasst den Briefempfänger zur Handlung. Er soll also Ihr Angebot annehmen, Sie einstellen oder was auch immer Sie erreichen wollen.
Sie müssen dieses AIDA-Konzept nicht sklavisch befolgen, aber es bietet Ihnen ein gutes Gerüst, an das Sie sich beim Verfassen Ihrer Briefe orientieren können.
Und was bedeutet das nun für Ihren Weihnachtsgruß an Ihren Geschäftspartner?
Mit folgenden Sätzen liegen Sie nie ganz verkehrt:
“Wir wünschen Ihnen und Ihrer Familie ein frohes Weihnachtsfest und ein glückliches neues Jahr.”
“Bei dieser Gelegenheit möchten wir all unseren Kunden für die gute Zusammenarbeit danken und Ihnen ein schönes Weihnachtsfest und alles Gute für das neue Jahr wünschen.”
Wenn Sie aber persönlichere Wünsche ausdrücken möchten, dürfen Sie nicht vergessen, an die Gefühle des Empfängers zu appellieren. Überlegen Sie, welche Anknüpfungspunkte Sie haben. Vielleicht hat Ihr Geschäftspartner einmal ein gemeinsames Interesse erwähnt, das sich als Thema eignet.
Auch professionelle Briefe dürfen übrigens unterhalten: Wenn ein leises Augenzwinkern beim Verfassen ein Lächeln beim Lesen bewirkt, schadet das ganz gewiss nicht, im Gegenteil.
Ihnen fällt immer noch nichts ein? Dann schauen Sie doch mal bei erfolgreich schreiben vorbei. Dort können Sie Vorschläge für individuelle Weihnachtsgrüße herunterladen.
Noch ein Tipp zum Schluss: Handgeschriebene Wünsche verleihen Ihren Weihnachtskarten eine ganz persönliche Note.
Gruß und Kuss, ß oder ss
Gerüchte sind bekanntlich hartnäckig. Sind sie einmal in Umlauf geraten, ist es schwer, sie wieder zu stoppen.
Ein solches Gerücht betrifft den deutschen Buchstaben ß, früher Eszett genannt, heute besser bekannt als scharfes S. Dem Gerücht zufolge gibt es das scharfe S in der neuen Rechtschreibung nicht mehr.
Dieses Gerücht ist falsch!
Richtig ist Folgendes:
Weiterhin werden Wörter wie Grüße und Straße mit ß geschrieben.
Regel: Nach langem Vokal (Selbstlaut) schreibt man ß.
Tipp: Sprechen Sie mehrere Wörter probehalber aus, um den Unterschied zwischen kurzem und langem Vokal zu hören (Z.B.: Grüße, Nüsse, Schloss, Floß).
Neu ist, dass jetzt nach kurzem Vokal (Selbstlaut) ss geschrieben wird. Aus dem
wird also ein Fluss. Ganz ähnlich geht es dem Schloss, der Nuss und ähnlichen Wörtern. Natürlich schreibt man auch die Mehrzahlformen dieser Wörter mit ss: Flüsse, Schlösser, Nüsse.
Sonderfälle:
In der Schweiz muss ß nicht mehr geschrieben werden. Dort ist die durchgängige Schreibweise mit ss inzwischen sehr verbreitet.
In E-Mails wurde in den letzten Jahren häufig die Schreibweise ss für ß gewählt, die Umlaute ä, ö und ü wurden aufgelöst in ae, oe, ue. Die Erklärung für dieses Vorgehen ist, dass nicht alle Mailprogramme Sonderzeichen darstellen konnten und Missverständnisse vermieden werden sollten. Inzwischen können fast alle Mailprogramme die deutschen Sonderzeichen problemlos darstellen.
Natürlich dürfen Sie auch auf ss ausweichen, wenn die von Ihnen verwendete Tastatur kein ß aufweist!








