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Ines Balcik, Sprachblog

IB-Klartext: Werbe- und Wirtschaftslektorat ° Korrektorat ° Redaktion

Als die Bücher laufen lernten

Bücherlauf 2013 in Frankfurt

Zwei Vorlieben – Beruf und Hobby – miteinander verbinden, das ist eine feine Sache. Zufällig sah ich im Frühjahr auf dem Gelände des mediacampus frankfurt ein Plakat, das den 12. Bücherlauf ankündigte, und war überrascht und begeistert zugleich. Überrascht, weil mir der Bücherlauf bis dahin unbekannt war, begeistert, weil Bücher noch viel mehr Teil meines Lebens sind als das Laufen, das ich erst vor einigen Jahren für mich entdeckt habe. Der Entschluss war schnell gefasst: Ich wollte beim nächsten Bücherlauf mitmachen, einige Kolleginnen schlossen sich bald an. (Bücher muss während des Laufs übrigens niemand schleppen.)

Bücherlauf

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Immer Ärger mit dem Komma

Am 22. Mai 1931 wurde die Postkarte geschrieben, die auf dem Bild zu sehen ist. Der Text liefert einen Beleg dafür, dass sich einige Kommaprobleme in fast 80 Jahren erstaunlich wenig geändert haben.

Postkarte von 1931

Entdecken lässt sich ein falsches Komma zwischen mehrgliedrigem Adverbial und Prädikat („mit ... Schulgang, senden wir“). Im Gegenzug fehlt das Komma vor dem dass-Satz. Ich vermute zumindest, dass diese Kommaregeln seinerzeit nicht anders waren als heute.

Auch ein Apostroph zwischen Eigennamen und Genitivendung war offensichtlich damals schon beliebt, es ist gleich mehrfach auf der Karte zu finden („Else’s“ zum Beispiel). Die s/ß-Schreibung war wohl doch nicht so eindeutig, wie wir heute meist unterstellen: Grüße hätte ich nicht unbedingt als „Grüsse“ zu finden erwartet.

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Meerschaum und Meeresschaum

Sommer, Sonne, Meer – ein beliebter Wörterdreiklang in der Ferienzeit. Jenseits von Urlaubsidyllen ist genügend Platz für ein wenig Schaumschlägerei. Das Wörterpaar Meer und Schaum zum Beispiel findet sich sogar in englischen Texten:

Meerschaum

Tatsächlich ist das Mineral Sepiolith weithin unter dem Wort Meerschaum bekannt (engl. meerschaum, franz. écume de mer). Meerschaumpfeifen und ähnliche Produkte sind beliebte Souvenirs. Vor allem in Italien und der Türkei wird Meerschaum gefunden, zu Andenken verarbeitet und an Touristen verkauft.
Mit dem Meer hat Sepiolith nur indirekt etwas zu tun: Das Aussehen des Meerschaums erinnert an fest gewordenen Schaum, daher rührt wohl der Name. Früher einmal verstand man unter Meerschaum auch Korallen.

Grand Bazaar Istanbul 2007 008
Foto: Gryffindor/Wikimedia Commons

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Mehr Licht

Die Verwaltungssprache beschert uns neben umständlichen und schwer verständlichen Formulierungen einige sehr hübsche Wörter. Das gilt auch für den Straßenverkehr. Der Fahrtrichtungsanzeiger (22 Buchstaben), besser bekannt als Blinker, ist ein Beispiel. Ein System, das dazu beitragen soll, dass Busse und Bahnen pünktlicher ankommen, trägt den schönen Namen Lichtsignalanlagenbeeinflussung. Auf stolze 31 Buchstaben bringt es dieses Wort.
Wenn die Zahl der Buchstaben ein Indiz für die Wichtigkeit sein sollte, könnte es klappen mit der Vorfahrt für Busse und Bahnen auf vollen Straßen.

Lichtsignal

Sprachkalender 2014

Dudenkalender 2014

Vor einigen Wochen schon kam das Paket mit den neuen Dudenkalendern bei mir an. Nun ist der Sprachkalender 2014 auch im Buchhandel erhältlich (Duden Auf gut Deutsch! 2014: Rechtschreibung, Grammatik und Wortwahl einfach erklärt).

Was für ein schöner Augenblick, wenn man ein Werk, in das man viele Arbeitsstunden gesteckt hat, endlich fertig gedruckt und gebunden in der Hand hält! Bis der Kalender zum Einsatz kommt, dauert es noch mehr als ein halbes Jahr, und doch schreiben Elke Hesse und ich bereits an den Kalenderblättern für das übernächste Jahr, also für 2015. Ich gebe zu, dass ich bei diesen Zeitsprüngen im wirklichen Leben manchmal den Überblick über die Jahre etwas verliere.

Der soeben erschienene Dudenkalender 2014 ist der vierte Kalender, dessen Blätter Elke und ich gemeinsam geschrieben haben. Wie jedes Jahr haben wir uns sehr viel Mühe gegeben, einen abwechslungsreichen Sprachkalender zusammenzustellen, der lehrreich und unterhaltsam zugleich ist. Ich jedenfalls lerne jedes Jahr beim Schreiben sehr viel dazu!

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Orthografie
Die Rechtschreibreform hat in den letzten Jahren für sehr viel Wirbel gesorgt. Dabei geht es doch nur um Buchstaben, die so aneinandergereiht werden, dass auch andere lesen und verstehen können, was wir beim Schreiben ausdrücken wollen.
Oft haben wir sogar die sprichwörtliche Qual der Wahl, weil zwei Schreibweisen richtig sind.

Welches Wort gefällt Ihnen besser?
Richtig sind sowohl Orthografie mit f als auch Orthographie mit ph. Ich empfehle Ihnen die neuere Schreibweise mit f.

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