Spinnende Raupen
Es gab Zeiten, als im Sprachblog fast täglich ein neuer Beitrag erschien. Weil ich zurzeit so selten blogge, bin ich immerhin bemüht, meinen geduldigen Leserinnen und Lesern etwas Besonderes zu bieten – frei nach dem Motto: je weniger Beiträge, desto längere Wörter. Ehrlicherweise muss ich noch einräumen, dass das Bandwurmwort, das ich gleich präsentiere, gar nicht von mir gesichtet wurde. Einer aufmerksamen Blogleserin ist der Fund zu verdanken.
Und hier nun das Wort, das sich mit seinen stolzen 66 Buchstaben keineswegs hinter dem (an dieser Stelle gekürzten!) Beutelrattenattentäter verstecken muss:
Eichenprozessionsspinnerraupenbekämpfungsmaßnahmenpressemitteilung
Aus den Kommentaren zu dem Blogeintrag von 2006 habe ich gelernt, dass der 73-Buchstaben-Attentäter einem Schulbuch entsprungen ist. Die 66-Buchstaben-Pressemitteilung stand im Lokalteil einer Zeitung: Eichenprozessionsspinner gelten als Schädlinge.
Zeilenumbruch
Erinnert sich noch jemand daran, wie der Zeilenumbruch damals beim Schreibmaschineschreiben funktionierte? Das ging so:
Die Übergangspase war kurz:
Digitales Sprachensterben
Am heutigen Internationalen Tag der Muttersprache wird daran erinnert, dass weltweit zahlreiche Minderheitensprachen allmählich in Vergessenheit geraten.
Vom digitalen Aussterben bedroht sind Sprachen, die in der Welt der Informationstechnologie aus den unterschiedlichsten Gründen unzureichend oder gar nicht vertreten sind. Eine Untersuchung an 30 europäischen Sprachen im Jahr 2012 zeigte, dass 21 dieser Sprachen digital kaum vertreten sind.
Das europäische Exzellenz-Netzwerk META-NET, zu dem 60 Forschungseinrichtungen in 34 Ländern gehören, hat deshalb eine Strategische Forschungsagenda für das mehrsprachige Europa 2020 (SRA – Strategic Research Agenda for Multilingual Europe 2020) entwickelt. Die Agenda wurde im Januar anlässlich des Deutschen Sprachtechnologietages 2013 offiziell vorgestellt. So soll unter anderem durch Informations- und Sprachtechnologie die Zukunft der europäischen Sprachen gesichert werden und die sprachliche und kulturelle Vielfalt Europas als Wettbewerbsvorteil dienen.
Weitere Informationen zu diesem Forschungsprojekt gibt es unter meta-net.eu.
Zu Kaisers Zeiten
Bereits zu Kaisers Zeiten bemühte sich Konrad Duden um eine Vereinheitlichung der deutschen Rechtschreibung. Ein schwieriges Unterfangen, das zum Glück kein Ende finden wird – sonst wäre Sprache viel zu langweilig! Sie lebt und sie verändert sich mit uns. Manches dagegen bleibt.
Zu den beliebten Dauertstreitthemen der Rechtschreibung gehört die Frage nach dem richtigen Einsatz des Apostrophs. Darüber machte sich zu Kaisers Zeiten zum Beispiel Gustav Wustmann lustig. Den Kaiser gibt es nicht mehr, die Probleme mit dem Apostroph bleiben bestehen, wie dieses nette Fundstück zur „kreativen Rechtschreibung“ zeigt:
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Triumph ist Trumpf
Triumphe und Tragödien, das klingt nach großem Drama. Gut, dass Rechtschreibung so eine nette und liebenswerte Glückssache ist, bar tieferer Logik.
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Wie konsequent wäre es, würden wir tatsächlich „Triumpf“ schreiben statt Triumph. Immerhin gilt Trumpf als richtig geschrieben – wenn auch von duden.de als „volkstümliche Vereinfachung“ abgetan.







