Schwer verdaulich
Medizin soll nicht schmecken, sie soll wirken. Gilt das auch für Gesetze?
Darf ich vorstellen: Arzneimittelmarktneuordnungsgesetz, 34 Buchstaben.
Zu Risiken und Nebenwirkungen befragen Sie den Sprachberater Ihres Vertrauens.
Finde den Fehler

Gefühle, Romantik und Zärtlichkeit bilden ein gefährliches Terrain, nicht nur emtional, sondern auch rein sprachlich gesehen.
Kleine Testfrage für die Grammatikkenner unter euch: Was stimmt nicht an dem Text im Bild oben?
Von Abbestellung bis YMMD
Das neue Jahr ist noch ganz frisch, aber ich kann an mein Sprachorakel aus dem alten Jahr schon eine Prognose anschließen. Sie lautet: Sprache ist geduldig. Deshalb werden wir uns auch im Jahr 2012 erfreuen an einer breiten Ausdruckspalette, die beim guten alten geschraubten Amtsdeutsch beginnt und im Kürzelrausch nicht endet. Hier zwei Fundstücke aus dem Dezember in einem Stil, von dem ich in meiner Naivität angenommen hatte, er sei in E-Mails und im Internet längst ausgestorben:
![]()
![]()
Das Gute an solchen Funden ist, dass sie ein Lächeln ins Gesicht zaubern. Liebe unbekannte Verfasser dieser Zeilen: YMDD (you made my day).
Zum Jahreswechsel
Vielleicht erinnern sich einige noch an die Hitliste häufig falsch geschriebener Wörter, die ich vor Jahren gelegentlich im Sprachblog veröffentlicht habe. Nach fünf Jahren interessiere ich mich wieder einmal für den Silvesterabend.
Das Ergebnis: Das Internet ist gewachsen! 1.570.000 Treffer für den richtig geschriebenen Silvesterabend, 65.800 Treffer für den falsch geschriebenen Sylvesterabend.
Daraus schließe ich glasklar, dass die Rechtschreibkompetenz zugenommen hat. Jawohl, zugenommen! Denn während der Quotient aus richtiger/falscher Schreibweise Ende 2006 6,4 betrug, stieg er nun auf gewaltige 24,2. Der richtig geschriebene Silvesterabend ist also nicht nur absolut, sondern auch relativ inzwischen deutlich häufiger zu finden als vor fünf Jahren.
Deshalb fällt mein Sprachorakel für 2012, allen Unkenrufen der Sprachpessimisten zum Trotz, eindeutig positiv aus.
Ersatz und Spiel
Feiertage laden zum gemütlichen Lesen ein. Dabei habe ich gerade zwei alte Bekannte wiedergetroffen, zwei deutsche Wörter in einem englischen Buch nämlich, und zwar in Little Bee von Chris Cleave.
Hier sind Schnappschüsse der beiden Fundstücke:
![]()
![]()
Im Buch wird sehr eindrucksvoll das Schicksal einer jungen Frau geschildert, die aus Nigeria nach England geflohen ist und doch ihrer Vergangenheit nicht entkommt. Die beiden Wörter wurden nicht entführt, sie sind einfach weit herumgekommen. Wie schön!






